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Keksdose

 

 

 

Wieder in Berlin! Bin natürlich mit dem Radl unterwegs, wie sonst? Ich mußte den Vormittag schon mit dem Auto in der Stadt verbringen … grauenhaft! Da lobe ich ich mir mein Radl :-)

Auf dem Rückweg vom ‘DiesundDas’ komme ich wie oft am Hauptbahnhof vorbei, und siehe da er strahlt wie ein Kuchenblech im Plätzchenstatus … hier wird einfach mal die Nullnummer geprobt!

Wie albern ist das denn? Oder war einfach nur das Budget begrenzt? Mutti-Marketing mit Weltschmerz und Heimatherz? Wenn Muttis aussterben, scheint Kultur zu sterben … welch Erkenntnis, so what?

Kunst im Bunker

Boros

Vor vielen Wochen hatte ich uns angemeldet für eine Führung durch den Bunker  der Sammlung Boros – anders kommt man dort nicht hinein. Nur Anmeldung und auch nur am Wochenende!

Wir waren etwas unausgeschlafen unterwegs, weil gestern noch im Theater usw. – aber Olafur Eliasson lässt einen aufwachen – keine Frage! :-) Whow! Einfach spannend! Eine interessante Installation jagt die nächste, man wird gerüttelt und geschüttelt zwischen physikalischem Realismus und Dadaismus, wird konfrontiert mit Geschichte im Bunker, der für 1200 Leute von den Nazis konzipiert und erbaut wurde, indem sich aber 4 bis 5tausend Menschen aufhielten während der Bombardierung. Mit Diamantschneidern wurden Räumlichkeiten für Kunstwerke geschaffen, die immer wieder Bezüge herstellen zur momentanen Herberge.

Beifall für einen Sammler, der es versteht, Kunst in Kontext zu bringen ohne sich anzubiedern.

Wer in diese graue Hülle eintaucht erlebt etwas, was er nicht vermutet …

 

Gestern, Theater am Schiffbauerdamm – Berliner Ensemble! Wunderbar, einfach Klasse! Es war das erste Mal, daß ich dieses Theater besuchte und es war  insgesamt ein sehr positives Erlebnis.

Ich muß dazu erwähnen, daß ich kein Brecht-Fan bin, in dem Sinne was dessen Biografie betrifft.  Ein verwöhnter Enkel kaiserlicher Bourgeoisie, der sich gekünstelt versuchte einem Sozialismus zu nähern, den es nie wirklich gab.  In seinen Werken hat er allerdings den Zeitgeist immer wieder getroffen – auch wenn einem seine ausgesuchten DarstellerInnen in historischer Betrachtung leid tun. Er konnte offensichtlich Leben und Spiel nicht so ganz auseinanderhalten? 

Intendant Peymann ist ein ähnlich interessanter Zeitgenosse, sollte man sich die Mühe machen, seine Exaltiertheiten auszuhalten?

Aber eines ist beiden gemein, sie haben in wichtigen Teilbereichen den Zahn der Zeit erkannt, interpretiert und inszeniert und das billiant. Die ‘Mutter Courage …’ im Brecht-Theater ist ein zeitgenössisches Highlight.

Ganz stark waren die Schauspieler, allen voran Carmen-Maja Antoni und Christine Drechsler – das war Power über Stunden :-)

Zeitreise

Ich fuhr Anfang November weg und kehrte Weihnachten zurück, dabei war ich nur eine Woche weg …???

Ich hatte gestern in Hamburg richtig  viel Aufenthalt, weil ich meine Frau Mama noch in aller Ruhe zum Flughafen begleiten wollte, dann kehrte ich zum Hauptbahnhof zurück, um mein Köfferchen einzuschließen und machte mich, inzwischen in der Dunkelheit, auf den Weg die Hamburger City zu erkunden. Mönkebergstraße, Jungfernstieg, Alsterarkaden – halt das Touristenprogramm.

Da standen überall schon beleuchtete Weihnachtsbäume herum? Halloooooo? Wir haben noch nicht einmal Mitte November!! Vor dem Rathaus ist der Weihnachtsmarkt aufgebaut und die Kerzen stehen schon in der Verkaufsbude!

Wann bitte dürfen wir noch den Herbst genießen, mit all’ dem schlechten Wetter?

Farbenspiele

Amrum Nov2009-2

Diese Farbenspiele sind einfach traumhaft!

 

Heute war mein Tag der Termine in Berlin, schließlich muß ich morgen Koffer packen für einen weiteren Kurzurlaub. Ca. 10 Km in Richtung Süden (Mariendorf), dann ca. 12 Km in Richtung Nordosten (Pankow), von dort aus 8 Km in Richtung Nordwesten (Reinickendorf) und noch kurz zur Post und in die Markthalle in Moabit. Das alles bei ständigem Regen, dazu im Auto (war unvermeidbar).

Ich weiß nicht, wie oft ich heute die ehemalige Grenze, den Mauerverlauf, regelrecht ‘überfahren’ habe … jedenfalls mehrfach, ohne es im jeweiligen Moment überhaupt zu merken. Ist das nicht wunderbar? :-)

So unterschiedlich wir sind, egal ob Ossi oder Wessi, der Mauerfall war und ist bis heute ein geniales Ereignis – ich möchte manchmal mehr, manchmal weniger davon im aktuellen Alltag verspüren, trotzdem kommt man an dem Ereignis nicht vorbei, will man auch nicht!

Gemütlich sitze ich hier bei einer Tasse Kaffee und lese neueste Nachrichten. Da lenkt mich der Blick durchs Fenster ab, weil die ‘Kastanienblätter’ aufeinmal so hoch fliegen. Beim näheren Hinsehen, also nach Abnehmen der Brille sehe ich, daß es sich nicht um Kastanienblätter, sondern um Stare handelt. Sind die also immer noch hier???

Während meiner näheren Nachforschungen auf der Terrasse zieht mir ein müffelnder Geruch in die Nase und gerade wollte ich mich über kochenden Nachbarn ärgern, als mir einfiel daß ich ja vorhin die Linsen aufgesetzt hatte. Die Rauchwolken kamen mir dann auch schon bald aus der eigenen Küche entgegen.

War nix mit sauren Linsen, Spätzle und Saiten heute … dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Später werde ich mal den Topf inspizieren, ob er noch eine Überlebenschance hat, erstmal müssen die Rauchschwaden abziehen und das bedeutet Frost in der Bude brr….

Die Stare sind natürlich auch weg, ob sie nun endlich in den Süden abgeschwirrt sind? Wahrscheinlich sind sie eher vor meinen Rauchschwaden geflohen. Außer Papierkram und liegengebliebenen, ungeliebten Hausarbeiten muß ich also noch den Topf schrubben und eine Auswärtslocation für Essbares suchen. Zum Kochen hab’ ich heute keine Lust mehr …

Wünsche Euch allen einen schönen ersten Novembersonntag :-)

Ribbeck

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,

ein Birnbaum in seinem Garten stand.

Bis weit hinein in die 1970iger Jahre gab es wohl kaum westdeutsche Schüler, die dieses Gedicht nicht auswendig lernen mußten. Daß Hans von Ribbeck im Konzentrationslager Sachsenhausen interniert wurde, aufgrund seines Widerstandes gegen das Nazi-Regime konnte Theodor Fontane wohl kaum vorhersehen, auch nicht daß dieser dort ums Leben kam.

Der alte Birnbaum fiel 1911 einem Unwetter zum Opfer. Es wurde nach der Wiedervereinigung ein neuer gepflanzt, dieser brachte aber nicht den erwünschten Fruchtstand, sodaß der heutige Birnbaum seit dem Jahr 2000 am Originalplatz steht.

Das alles hat man uns damals in der Schule nicht erzählt, auch wußte man nicht wirklich wo der Ort sein sollte. Ostdeutsche Landkarten waren für uns im Westen relativ inhaltsleer – soviel zu bundesdeutscher Bildungspolitik der Nachkriegsdekaden. Wir nahmen den Text literarisch im Deutschunterricht auseinander, was inhaltlich soviel brachte, daß man Verständnis für Dialekte bekam, mehr aber auch nicht, dabei hat er doch etwas ganz Philosophisches …

Junge, wiste ‘ne Beer?“ und „Lütt Dirn, kumm man röver, ick hebb ‘ne Birn.“  flüsterte es aus den Zeigen des Birnbaumes … dazu ist unabsichtlich eine interessantes Foto entstanden, als ich den ‘alten’ Birnbaum hinter Glas fotografierte.

Ribbeck-2

Das Dorf Ribbeck, heute ein Stadtteil von Nauen, liegt wunderschön, der Weg dorthin von Berlin aus ist furchtbar. Überall Windkraftanlagen, soweit das Auge reicht. Die wunderschöne norddeutsche Ebene mit seinem weiten Himmel, zerpflügt und zerfurcht von monströsen Luftturbinen … grauenhaft!

 

Ich bin heute schon den ganzen Tag etwas von der Rolle, genauer gesagt seitdem ich heute morgen ein Email einer sehr guten Freundin aus den USA gelesen hatte. Ihr Sohn, etwas über 20ig Jahre alt, ist auf dem Weg nach Afghanistan. Er ist Soldat, ein Marine und wir alle wußten, daß es irgendwann im Oktober so weit sein würde, daß er für sieben Monate ins Einsatzgebiet geschickt wird. Keiner wußte genau wann, auch die engsten Angehörigen nicht – es geht dann halt sehr schnell.

Er hat eine junge Frau, die standesamtliche Trauung war noch vor dem Einsatz. Nächstes Jahr im Sommer ist die große kirchliche Hochzeit geplant. Seine Schwiegermutter hat ein Blogpost geschrieben, wir wurden eingeladen diesen zu lesen. „Sieben Monate den Atem anzuhalten“ ist in der Tat eine schwierige Aufgabe, bei der man nicht weiß ob man ihr gewachsen ist …

… ich denke auch schon den ganzen Tag – immer wieder – an die Zeit zurück, als die glücklichen Kinder um uns herumsprangen und wir soviel Spass und Freude alle miteinander hatten. Ich denke an den ersten Schultag des kleinen Jungen, den wir miterleben durften und die herrliche Zeit an den Stränden der Outer Banks in North Carolina. Ich denke an seine Eltern, die zurückbleiben in Ungewissheit und Angst und daran was ihn wohl erwartet, was er erleben wird und muß …

… auf einmal ist der Krieg so nah …

Aufgetaucht

Ding Dong! Nach 110 Tagen ist unser Nähkasten wieder aufgetaucht! Welch’ Ereignis! :-) Und allen, denen ich die Ohren voll gejammert habe, erzähle ich auch wo er war:

Im Keller hinter den Winterreifen – wo sonst? ;-)

 

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