Zum Jahreswechsel

30. Dezember 2012 § Ein Kommentar

Vielen Dank an Angelica Paulic

Back to the roots …

30. Dezember 2012 § 3 Kommentare

Neujahr 2013

… soweit sollte es eigentlich mit den ‚Stadtfluchten‘ nicht führen😉

Manchmal lassen Ereignisse auf sich warten und manchmal ergeben sie sich schneller als man denkt. Ich bin nach Dekaden in der Fremde wieder in die Bergheimat zurückgekehrt. Drei Jahre Berlin haben mir viel erklärt. Nun werde ich nicht mehr täglich, oft oder dauernd dort sein, aber schon hin und wieder – ein wenig Gast, ein wenig Arbeit. Deshalb werde ich auch dieses Blog so schnell nicht schließen. Trotzdem verdient der neue Lebensabschnitt ein eigenes Blog und das gibt es auch schon

atelieravp.wordpress.com

Noch sind nicht alle Pinsel und Farben ausgepackt und das neue Leben in alten Gefilden nimmt mich voll in  Anspruch, doch so langsam bekomme ich Sehnsucht nach Leinwand und Farbe. Es geht weiter, anders … bin selbst gespannt🙂

Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Start ins neue Jahr 2013 und bedanke mich für Treue und die vielen netten Kommentare.

Stadtflucht Teil II

12. August 2012 § 2 Kommentare

Heute ging es  mit der S-Bahn und den ’normalen‘ Fahrrädern nach Hennigsdorf und eigentlich wollten wir nur bis Tegel radeln, um dann mit der S-Bahn zurück nach Berlin zu fahren. Aber, es kam anders …

In Henningsdorf radelt man zwischen Havel-Kanal und dem Bombardier-Werk ein ganzes Weilchen. Hier werden all‘ die Regio-Züge gebaut und repariert. Ein unglaublich großes Gelände, noch dazu ein so geschichtsträchtiges. Denn von hier aus starteten am 17. Juni 1953 die Stahlarbeiter um in Berlin an der Leipziger Strasse ihre Rechte zu fordern. Was dann kam, kennen wir alle aus dem Geschichtsbuch und nicht zuletzt war der Aufstand an diesem Tag Anlass für den Mauerbau.

auf einem wunderschön angelegten Radweg radelt man

an der Oberhavel entlang

nach Nieder-Neuendorf

und kommt zu einem Wachturm der ehemaligen DDR-Grenzanlagen, welcher zu einem kleinen Museum ausgebaut wurde

erschütternd und

bedrückend, aber wichtig!

Nachdem wir in Tegelort mit der Fähre übersetzten, machten wir in Tegel eine Pause. Hier wo an die Malerin Hannah Höch erinnert wird, die Miterfinderin der Fotocollage 1918

und weil das Wetter immer noch so schön war, entschlossen wir uns doch ganz nach Berlin zurück zu radeln, immer am Wasser bis Moabit, wo wir dann doch relativ schnurstracks die Eisbox ansteuerten😉 Heute gab’s kein Rosmarin-Eis, dafür Tonka (südamerikanische Frucht) – superlecker!🙂

und da wir so viele Kalorien verbraucht hatten, mussten die ein Stückchen weiter, gleich wieder aufgefüllt werden mit Zwetschgenkuchen und Schlagsahne🙂

Manchmal kann Berlin ganz nett sein, vor allem dann wenn man mal fliehen kann und das Wetter dabei mitmacht😉

Stadtflucht Teil I

12. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

So ein Wochenende gibt es selten genug in Berlin. Schönes Wetter, angenehme Temperaturen, kein Regen in Sicht. Wir nutzten die Zeit um der Stadt zu entfliehen. Die Klappräder ins Auto um endlich mal Neuruppin zu besichtigen. Das Fontanehaus und all die wunderbar renovierten Altbauten – ein bisschen norddeutsches ‚Faller-Land‘😉 Wunderschön auch die Promenade am See, bis auf den hässlichen Klotz in dem das Thermalbad untergebracht ist. ‚Resort‘ nennt sich das und irgendwie liegen alle Wellness-Bedürftigen dort herum wie in einer Werbebroschüre. Jedem das Seine … Wir haben die Altstadt-Atmosphäre genossen, in der Klosterkirche St. Trinitatis Chagall-Farblithographien angesehen

und den Tempelgarten besichtigt

Friedrich der Große hatte während seiner Prinzen-Erziehung genau 7 Minuten Zeit, um sein Frühstück ein zu nehmen!? Soviel zu preussischer Askese – gesund war das sicher nicht …

Ganz idyllisch Kaffee und Kuchen genießen, kann man im Kunsthof und der Weinladen schräg gegenüber auf der anderen Strassenseite ist auch ein kleiner Ort des Labsals, was leckeres Essen betrifft🙂 Die Weinseligkeiten und regionalen Schnaps-ereien haben wir nur besichtigt …

Größenwahn kleinkariert

9. August 2012 § 7 Kommentare

Über die Ödnis im Regierungsviertel berichtete ich bereits. Berlin macht weiter, ein kleinkarierter Kasten nach dem anderen wird gebaut, dabei gilt das Motto ‚Teuer muss es sein!‘ Sinn und Zweck scheinen nicht so wichtig zu sein?

Vor die schönen alten Gebäude der Charité wurde bereits das neue Bettenhaus gebaut und davor entsteht gerade der Neubau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Keine 400 Mitarbeiter hat der Dienstsitz in Berlin, dafür aber überdimensional viel Platz. Kritik hagelte es bereits Anfang des Jahres, wie die Berliner Morgenpost berichtete. Aber in Berlin werden Millionen abgenickt, egal was kommt. Hier sollen es 115 Millionen Euro sein, bin gespannt was am Ende wirklich dabei herauskommt.

Ein paar Meter weiter dirigieren die Kräne den Anbau des ‚Elisabeth Lüders Haus‘, damit das ‚Band des Bundes‘ endlich fertig wird. 44 ooo qm für 190 Millionen Euro.

Und hier auf der anderen Seite des Kanzleramtes entsteht für inzwischen über 200 Millionen Euro das Bundesinnenministerium. Die Schlösser der Politiker haben eines gemeinsam: eine langweilige kleinkarierte Architektur und einen Schlund zum Geld verschlingen. Das Restaurant Paris-Moskau haben sie stehen lassen, hier ist der derzeitige Finanzminister Stammgast und hat gleichzeitig einen Rundblick auf seine Millionenbabys.

Aber das ist nicht alles, was der Steuerzahler in Berlin für die Politiker stemmt. Hier eine kleine Übersicht .

10. Open Air Gallery – Berlin Oberbaumbrücke

7. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Marie Auguste lebte bis 1901 in Berlin am Schlesischen Tor

Eigentlich war dieses Bild vorverurteilt, indem es nie veröffentlicht werden sollte. Eine Malerei am Rande der Atelier-Arbeit, eine ganz persönliche Auseinandersetzung zwischen mir und Berlin. Ich lebe seit 3 Jahren in dieser Stadt und versuche seit 3 Jahren, sie zu verstehen. Es gelingt mir nicht wirklich! Marie Auguste war meine Urgroßmutter – und hier beginnt, die für mich spannende Geschichte.

Marie Auguste wurde in der Niederlausitz geboren, in Zschornegosda. Das kennt kein Mensch (denkt man) und hört sich unglaublich ausländisch an. Es ist ein Teil der heutigen Stadt Schwarzheide. Ihr Vater war Lehrer und verstarb früh in Möbiskruge (heute Neuzelle). Sie war 13 Jahre alt und zog mit der Mutter zum Bruder nach Berlin. Eine Rente für Hinterbliebene gab es damals noch nicht. Ihr Bruder war Rektor an der Gemeindeschule am Schlesischen Tor (heute Kita) und somit war das ihr Wohnsitz bis zur Verheiratung 1884. Wer weiß, vielleicht spielte sie eine Rolle in Fontanes ‚Jenny Treibel‘ ?😉 Ich habe diese Lektüre jedenfalls aufmerksam genossen🙂

Am Schlesischen Tor haben sich meine Ahnen getroffen, ohne diese Kombination gäbe es mich nicht so wie ich bin, das ist spannend und zieht mich magisch an … deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, dass ich an der 10. Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke teilnehmen durfte. Hier lebte nicht nur Marie Auguste, sondern auch ihre ganze Familie, im Haus gegenüber – da, wo man heute Pizza usw. kauft. Korrespondenz mit voller Adresse, hat zwei Weltkriege überstanden … unglaublich, wenn ich mit diesem Wissen durch die Strassen dort streife. Ihre Familie war erst nach dem 2. Weltkrieg für uns verloren, durch einen Umzug nach Friedrichshain – niemand weiß wohin …

Unglaublich, wenn ich Gentrifizierungs-Diskussionen lese. Unglaublich für mich selbst, wenn ich mich mal wieder als zugezogene Bayrische aus dem Schwabenland wiederfinde …😉

Natürlich hatte ich dieses Bild mit auf der Brücke – meine Hommage an meine Urgroßmutter! Aber ich hatte nicht wirklich erwartet, so oft darauf angesprochen zu werden. Zeigt es doch auch mein ganz eigenes Chaos im Verständnis dieser Stadt. Diese Stadt ist spannend, aufregend und hyperaktiv, aber auch langweilig und kleinkariert – und sie war es offensichtlich auch schon zu Zeiten der ‚Trockenwohner‘, denn so oft wie dieser Teil meiner Familienahnen umgezogen ist, im Gräfekiez könnte sich das heute kaum einer leisten.

Marie Auguste hat mir viel erklärt in Berlin, obwohl ich sie nie persönlich kennenlernte. Meine alpenländische Sozialisation gibt mir die Möglichkeit differenziert auf Berlin zu blicken – es bleibt spannend! Aber auch meine Zeit in Berlin ist begrenzt und somit war es wirklich schön, an diesem Event teilzunehmen. Wir hatten alles auf der Brücke: Sonne, Regen, Wind und wieder Sonne und bei allem viel Spass!  Vielen Dank an die Veranstalter, es war alles wirklich toll organisiert! Vielen Dank auch an alle aktiven ‚Neuberliner‘ die geholfen haben, aus Hamburg, Mexico, Kroatien und Westdeutschland. Vielen Dank an alle ‚Motivationstrainer‘ aus dem Alpenland, Mexico, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und London. Ich war zwar platt wie eine Flunder nach so einem Tag, weil gar nicht mehr gewohnt – aber es hat sich gelohnt!🙂

Die Werte der anderen

4. August 2012 § 4 Kommentare

Immer wieder aktuell

Die Stützen der Gesellschaft 1926 – im Besitz der Neuen Nationalgalerie Berlin

George Grosz – Gesellschaftliche Mißstände in der jungen Weimarer Republik wurden sein künstlerisches Thema; seine Gemälde und Zeichnungen voll satirischer Schärfe richteten sich gegen Ausbeutung, Spießertum, Bigotterie und Militarismus.

Über die ‚Werte der anderen‘ in der Gegenwart, liest man z.B. in der FAZ vom 2. August 2012: „Das System M“  Die Werte der anderen – welch genialer Ausdruck für das, was man oft nicht in Worte fassen kann, welch geniale Zusammenfassung neu deutscher Entfremdung, welch geniale Deutung gesellschaftlicher Zusammenhänge dieser so unerquicklichen Zeit?!

%d Bloggern gefällt das: