Freiheit statt Angst

15. September 2009 § 2 Kommentare

Freies Museum Berlin

Die letzten Tage waren nicht gerade erquickend in diesem Staat, in dieser Stadt. Nichtssagende TV-Polit-Diskussionen, unverständliche tätliche Angriffe auf friedliche Demonstranten, Totschlägereien auf S-Bahn-Stationen in München. 1,5 Wochen vor der Bundestagswahl sind Deutschlands Bürger ratlos, verzweifelt, wütend und konfus. Außerhalb funktionärsgeschäftiger Aktivitäten macht sich Angst und Unruhe breit.

Technologie-Ausverkauf im Opel-Magna-Deal? Das kann und will ich hier nicht beurteilen! Aber ich sehe auch in solch‘ schweren Zeiten positive Sequenzen: Französische Künstler begeben sich in die Mitte dieser Stadt und somit in eine vakante Mitte Europa’s, um Kultur zu ereignen – das ist genial!

Und für alle politmüden Mitbürger und -leser: In dieser Woche auf arte, fast jeden Abend „Die schönsten Küsten Frankreichs“  – in Frankreich arbeiten die Menschen um zu Leben, das verstehen viele Deutsche nicht …

 

 

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§ 2 Antworten auf Freiheit statt Angst

  • marie418 sagt:

    So sagt man, aber ich werd mal in meinem Blog berichten, dass bei uns Menschen sterben ,weil sie arbeiten …. und arbeiten wollen.

    Übrigens die Überschriften bei Arte sind etwas zweifelhaft, St Brieuc ist noch Ärmelkanal und noch nicht Atlantik. Das sollten die schon mal richtig machen, finde ich.

    Es gibt kaum eine Küste in Frankreich, wo ich nicht schon gelebt habe, oder war – im Grunde hab ich mich ums Land rumgeschlichen in meinem Leben 🙂

    • ankeberlin sagt:

      Ich unterscheide immer zwischen Arbeit und Erwerbstätigkeit. Hier in Deutschland gibt es keinen Mindestlohn und das Renteneintrittsalter liegt bei 65 Jahren, demnächst soll es sogar auf 67 Jahre angehoben werden – das sind gravierende Unterschiede zu Frankreich.

      Letztendlich ging es mir aber darum, daß in Deutschland eine historisch motivierte Haltung vorherrscht, die einen normativen Altruismus bedient und somit die Lasten ungleich verteilt werden. Dieser Zustand hat sich seit der Wende sehr verstärkt, ohne das echte Lösungen z.B. für die Familienarbeit gefunden worden sind. Frauen und Männer, die Familienarbeit leisten oder geleistet haben, werden dadurch überproportional mehr belastet, ohne gerechte Entlohnung. Es geht nicht nur um die Ausfallzeiten durch Familiengründung, sondern viele RentnerInnen müssen durch diese fatale politische Schieflage Kinderbetreuung übernehmen, ohne das sie dafür bezahlt werden. Die Politik kehrt einfach unter den Teppich, was dringend überarbeitet werden muss. Durch die Wende sind die Frauen und Mütter Westdeutschlands auf einen Schlag ihrer Altersversorgung verlustig, zumal die Scheidungsgesetze ohne Ansicht der sozialgeschichtlichen Entwicklung vom Tatbestand einer Vollbeschäftigung ausgehen, die es in der ehemaligen BRD aufgrund anderer Familienstrukturen nicht gab.

      In Deutschland wollen auch viele Menschen arbeiten, weil sie davon leben müssen. Die heutige Generation 50 + steht allerdings vor dem Desaster, daß sie die Frührentnergeneration 60 + ernähren muss, bis 67 in Lohn und Brot stehen sollte und dabei haben viele Frauen keine Möglichkeit, qualifizierte Arbeit zu leisten, weil sie durch Familienpausen ins Hintertreffen geraten sind. Sie fallen unverschuldet, obwohl sie immer gearbeitet haben (Familienarbeit) an den Rand der Armutsgrenze oder vollends in die Armut.

      Ein anderer Diskussionspunkt ist die gesundheitliche Belastung und wieviel ‚Lebensabend‘ bleibt noch nach diesem Szenario, wenn man 67 Jahre alt geworden ist?

      Bei arte hat wohl jemand nicht aufgepasst im Heimatkunde-Unterricht! 😉 Die Sendung ist trotzdem ein bißchen Urlaub am Feierabend! 🙂

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