Goldene Herbsteszeit

31. Oktober 2009 § Hinterlasse einen Kommentar

Ribbeck

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,

ein Birnbaum in seinem Garten stand.

Bis weit hinein in die 1970iger Jahre gab es wohl kaum westdeutsche Schüler, die dieses Gedicht nicht auswendig lernen mußten. Daß Hans von Ribbeck im Konzentrationslager Sachsenhausen interniert wurde, aufgrund seines Widerstandes gegen das Nazi-Regime konnte Theodor Fontane wohl kaum vorhersehen, auch nicht daß dieser dort ums Leben kam.

Der alte Birnbaum fiel 1911 einem Unwetter zum Opfer. Es wurde nach der Wiedervereinigung ein neuer gepflanzt, dieser brachte aber nicht den erwünschten Fruchtstand, sodaß der heutige Birnbaum seit dem Jahr 2000 am Originalplatz steht.

Das alles hat man uns damals in der Schule nicht erzählt, auch wußte man nicht wirklich wo der Ort sein sollte. Ostdeutsche Landkarten waren für uns im Westen relativ inhaltsleer – soviel zu bundesdeutscher Bildungspolitik der Nachkriegsdekaden. Wir nahmen den Text literarisch im Deutschunterricht auseinander, was inhaltlich soviel brachte, daß man Verständnis für Dialekte bekam, mehr aber auch nicht, dabei hat er doch etwas ganz Philosophisches …

Junge, wiste ’ne Beer?“ und „Lütt Dirn, kumm man röver, ick hebb ’ne Birn.“  flüsterte es aus den Zeigen des Birnbaumes … dazu ist unabsichtlich eine interessantes Foto entstanden, als ich den ‚alten‘ Birnbaum hinter Glas fotografierte.

Ribbeck-2

Das Dorf Ribbeck, heute ein Stadtteil von Nauen, liegt wunderschön, der Weg dorthin von Berlin aus ist furchtbar. Überall Windkraftanlagen, soweit das Auge reicht. Die wunderschöne norddeutsche Ebene mit seinem weiten Himmel, zerpflügt und zerfurcht von monströsen Luftturbinen … grauenhaft!

 

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