Himmel und Erde in Berlin

10. Februar 2010 § 6 Kommentare

 

 

In der Farbenlehre nennt man es das Grau-Erlebnis. Die Mischung eines neutralen, mittleren Grau erreicht man, indem man mit helleren Farben beginnt und dann versucht, sich möglichst exakt dem Unbuntpunkt zu nähern. 

Eigentlich ein Naturgesetz, welches man im Moment in Berlin sehr gut veranschaulicht bekommt, siehe Foto oben. Der weiße Schnee fällt aus dem grauen Himmel zu Boden, dann trampeln tausende von Menschen darauf herum und schon entdeckt man, wie die Annäherung an den Unbuntpunkt stattfindet.

Und ein Erlebnis ist es auch! Früher pilgerten die Westberliner ins Europa-Center zum Schlittschuhlaufen, jetzt kann man dies auf dem ganzen Alexanderplatz, sogar darüberhinaus in die abzweigenden Straßen, vorrausgesetzt man bleibt auf den ehemaligen Gehwegen. Nun behaupte noch jemand, die Wende hätte unsere Möglichkeiten nicht erweitert …

Auch darf man den unvorhergesehenen wirtschaftlichen Aufschwung einiger Handelssparten nicht verschweigen, zu dem die Berliner Zeitung hier beiträgt.  ‚Gehhilfen‘ zwischen 20 und 40 Euro finden wahrscheinlich reißenden Absatz bei denjenigen, die es sich leisten können. Der Rest kommt sicher mit der 1-Euro-Methode zurecht, die auch beschrieben wird.

Die Pharmaindustrie dürfte auch zufrieden sein. Bei Wartezeiten bis zu 15 Stunden in den Unfall-Aufnahme-Stationen, erhöht sich der Verbrauch an Schmerzmitteln automatisch.

Und für die Verantwortlichen in öffentlichen Institutionen gibt es den ultimativen Tipp von einem Schweizer, der sein Handwerk offensichtlich versteht und auf jede Menge Erfahrung zurückblicken kann. Die Schaufel könnte in Berlin eine Renaissance erleben, wenn man wollen würde. Andererseits ist es natürlich auch profan, sich mit einem solchen Steinzeit-Relikt abzugeben.

Also nix, wie hinein in das Grau-Erlebnis von Berlin zwischen Himmel und Erde! DAS ist eine Symbiose zwischen Politik, Wirtschaft, Kunst und Erlebnis.

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§ 6 Antworten auf Himmel und Erde in Berlin

  • tonari sagt:

    Gerade dachte ich spontan an das gleichnamige Essen 😉

    • ankeberlin sagt:

      Gibt es denn eine Berliner Variante dieses Essens? Wäre ja mal interessant für Frau cucinanke in mir … 😉 Ich kenne nur die hessische Variante: Kartoffeln, Äpfel, Zwiebel und gebratene Blutwurst. Oder ist das ähnlich?

  • regido sagt:

    das es einen unbuntpunkt gibt wuste ich auch noch nicht,dieses foto ist auf jeden fall eindrucksvoll,soooo grau 🙂

    • ankeberlin sagt:

      Auf jeden Fall einfach, die Kamera mal kurz in den Himmel geklickt und auf den Boden – mehr konnte ich nicht bieten an diesem Tag 😉 Aber take it easy, wir haben doch genügend bunte Vögel, die das Ganze wieder aufpeppen in den nächsten Tagen: Berlinale! 🙂

  • tonari sagt:

    Ich kenne es auch so. Mein Rezept hab eich allerdings geburtsbedingt 😉 aus dem Mecklenburgischen mitgebracht.
    Meine Eltern essen es oft mit Grützwurst, die ich aber nicht mag und deshalb ganz keck durch ein Spiegelei ersetzt habe.

    • ankeberlin sagt:

      Das liest sich ja richtig spannend! Grützwurst gibt es natürlich in ‚tausend‘ verschiedenen Variationen, die aus Mecklenburg kenne ich nicht. Dafür die Unterschiede zwischen ‚Bremer Pinkel‘ und dem was unter diesem Namen im Umland so angeboten wird – und da wird’s mir dann auch ein bißchen mulmig. 😉 Die ‚Bremer Pinkel‘ hat zwar einen anstrengenden Namen 😉 besteht aber eigentlich nur aus reinem Schweinefett und Grütze und wenn man sie so zubereitet, wie ich es von @stadtmusikante lernen konnte, dann schmeckt sie sehr gut, z.B. zum Grünkohl. Aber selbst mit dem Grünkohl kämpfe ich hier in Berlin. War ich neulich an einem Marktstand und fragte danach, wurde mir gesagt: Grünkohl gibt’s nicht mehr Ja Hallooo? Wann gibt’s den denn dann hier? Der wird doch traditionell erst nach oder im Frost geerntet oder stehe ich da auf irgendeiner Leitung?

      Ich werde das mit dem ‚Himmel und Erde‘ – Rezept mal ausprobieren, wahrscheinlich erstmal für mich alleine ;-)… meine Leute stehen nicht so auf Blutwurst, und ich eigentlich auch nicht bis auf einige Ausnahmen, z.B. aus der hessischen Küche.

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