Den Spiegel vorgehalten …

27. März 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

… hat Moritz Rinke, der Kriegs- und Nachkriegsgesellschaft und gleichzeitig das Schweigen aufgebrochen, welches nicht nur mich seit Jahrzehnten erheblich stört. Mit seinem Roman ‚Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel‘ bringt er ans Tageslicht, was gesellschaftlich und politisch über lange Zeit krampfhaft vermieden wurde.

Dieses Buch kommt zur passenden Zeit. Man fragt sich sowieso, wie es möglich sein konnte daß Missbrauch, Misshandlung und Gewalt quer durch die Gesellschaft solange unter dem Deckmantel der Moral gehalten werden konnte?

Die Narben der Kriege und Diktaturen sind längst nicht verheilt, im Gegenteil so manche Wunde blutet bis heute.

Mein Kompliment an den Autor, der flüssig  mit gekonnter Überzeichnung als Stilmittel, die Realität so gut erfasst und dargestellt hat! Selbst das fast schon an Verzweiflung grenzende Procedere, in Berlin ein Päckchen oder Paket zu bekommen fand, seinen Platz. Wir leben eben nicht mehr im Zeitalter der Postkutschen, in der das Personal den ganzen Tag über zur Verfügung stand. Auch die Blumenkinder sind ausgeflogen um sich esoterisch zu balsamieren … einen Schutz gegen die Vergangenheit wird es nicht geben, deshalb müssen wir auch nicht in ihr leben. Aber nur das Wissen um die Vergangenheit wird Neues entstehen lassen, alles andere ist Hilflosigkeit und gelebte Verdrängung!

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