Ostern – wo ist der Frieden?

3. April 2010 § 2 Kommentare

 

 

Krieg und kriegerische Zustände entstehen nicht nur aus Machthaberei und Gewinnsucht, auch aus Mißverständnissen aber doch nicht aus einem Versehen? Die Deutschen sind in Afghanistan um die Leute dort auszubilden, warum werden dann ausgerechnet die Schüler per ‚friendly fire‘ über den Haufen geschossen? Wie gut war denn dann wessen Ausbildung? Ich hoffe, ich muß nicht wahrhaben, was die Pressemeldungen der letzten Stunden aussagen …

Es fällt mir schwer unter diesen Umständen Ostergrüße zu verschicken aber ich wünsche trotzdem ein frohes Osterfest in der Hoffnung, daß der Teufelskreis der Gewalt sich zukünftig eindämmen lässt, anstatt sich uferlos auszubreiten. Wir sind noch genügend geprügelt von den Desastern der jüngeren Vergangenheit und leben noch in den Ausläufern dieser unfassbaren Schrecken.

Vorallem die Politiker stehen in der Pflicht, sorgfältig und lückenlos zu recherchieren und die Bevölkerung transparent zu informieren, ihnen wünsche ich viel Kraft aber auch Mut, ein Bedauern reicht da nicht mehr aus …

‚Wo ist der Frieden?‘ – so möchte man in die Welt hinausrufen! Vor dem Hintergrund der schlimmen Ereignisse der letzten Zeit, in der Mißbrauch und Mißhandlung täglich die Pressemappen füllt, vor dem Hintergrund daß Angehörige in Deutschland und Afghanistan um ihre Toten weinen, weil nicht nur Zwang und Gewalt zu Wut und Gegengewalt führt, sondern auch schon ein ‚Versehen‘?

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§ 2 Antworten auf Ostern – wo ist der Frieden?

  • vilmoskörte sagt:

    Schön wär’s mit dem Frieden, allein, mir fehlt der Glaube. Die USA rüsten gerade heftig ihren Stützpunkt Diego Garcia auf.

    • ankeberlin sagt:

      Es fällt mir schwer, das Thema ‚Frieden‘ polarisierend zu betrachten. Vielleicht, weil ich Frau und Mutter bin und darüber eine ganz andere Denkweise pflege? Wir Mütter, egal welche Nationalität, bringen unsere Kinder nicht auf die Welt, um sie in Kriegen verheizen zu lassen! Mütter wollen keine Kriege und doch sind es ja auch immer wieder Söhne von Müttern, die Kriege provozieren oder auch Frauen und/oder Mütter, denen offensichtlich die dramatischen Folgen solcher Kriege nicht ins Bewußtsein geraten? (Man könnte auch an ‚Mutter Courage‘ von Brecht denken)

      Ich stelle fest, daß der Tod in unserer Gesellschaft tabuisiert wird. Das Sterben von Menschen ist egal, ob natürlich, aufgrund einer ‚langjährigen Krankheit‘ oder durch aktuelles aktives Kriegsgeschehen – es ist ‚kein Thema‘! Das Sterben per Mißbrauch, Kriminalität oder Unfall hingegen, ein gefundenes Fressen für die Boulevard-Presse! Das Sterben Einzelner scheint zumutbar, das Massensterben unzumutbar …?

      Krieg bedeutet aber immer das Sterben von Vielen, egal über welche Zeiträume es sich kumuliert. Wir laufen an Denkmälern vorbei – überall auf dieser Welt, auf denen sich endlos Namen aneinander reihen und können gar nicht wahrnehmen, daß hinter jedem einzelnen Namen das Schicksal einer Familie steht. Mittlerweile haben sich mehr US-Vietnam-Veteranen traumatisiert das Leben genommen, als es Gefallene gab. Traumatisiert sind aber auch Familien, die mit Verlusten nicht zurecht kommen – so geschieht es nicht nur im heutigen Deutschland sondern auch in den betroffenen, inzwischen ausländischen Regionen.

      Und schon befinden wir uns wieder in einem Krieg, die Knüppel der vergangenen Kriege noch zwischen den Füßen … ? Die aktuellen Opfer waren 25, 28 und 35 Jahre alt, wenn ich Gelesenes richtig erinnere? Als Deutsche Staatsbürgerin möchte ich nicht nur eine ausführlich, transparente Stellungnahme zum Geschehen, ich möchte auch eine realistische Darstellung der Kriegsberichtserstattung, die leider ungenügend stattfindet! Über 70ig Jahre nach einem verheerenden Krieg aufgestapelte Menschenleichen in Museen zu betrachten, bringt auch Erkenntnis für die Hinterbliebenen, aber offensichtlich keine für aktive Politiker?

      Traurig!

      Bis zur Erlangung der Souveränität Deutschlands, war die Verteidigungsarmee eine willkommene Ausbildungsalternative, die mehr als gut bezahlt wurde und darüber hinaus als ungefährlich galt. Aber die Zeiten ändern sich …

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