Girl’s Day

24. April 2010 § 2 Kommentare

Letzte Woche hatten wir den sog. ‚Girl’s Day‘ in Deutschland. Das ‚Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend‘ (BMfSFJ) – was für ein Titel *ächz* – verlinkt dazu unter der ‚Zielgruppe Mädchen‘ eine Webseite, die in schreiendem Barbie-Pink junge Mädchen und Frauen für natur- und ingeneurwissenschaftliche Berufe begeistern möchte.

Im Gegenzug hat die zuständige Ministerin nicht vergessen, für nächstes Jahr einen sog. ‚Boy’s Day‘ einzurichten. Hier können dann Jungs und angehende Männer lernen, wie man einen Kinderpopo wickelt.

Darüberhinaus haben deutsche Politiker, nach über 20ig Jahren, endlich erkannt, daß man junge Generationen nicht mit Heerscharen an Lehrerinnen großziehen kann und das den Jungs tatsächlich die Bezugspersonen fehlen, die unverzichtbar sind für ihre Entwicklung. Jetzt dreht man den Spieß einfach um – und wundert sich wahrscheinlich in den nächsten 20ig Jahren, daß das alles gar nicht so klappt.

Deutschland wird seit Jahrzehnten, und das betrifft alle Regierungen großer Volksparteien, von einer ‚Hand-in-den-Mund-Politik‘ regiert. Von Nachhaltigkeit keine Spur! Es gibt bereits viele wissenschaftliche Instrumente um soziale Nach- und Vorschau zu betreiben und letztendlich ist vielleicht irgendein Vulkan schuldig oder dem Einzelnen wird Unfähigkeit eingeredet. Unverschämt ist das! Man weiß ganz genau, daß heute schon auch Natur- und Ingeneurwissenschaftler reihenweise Arbeit suchen, aber keine bekommen – nicht weil sie nicht notwendig wäre. Nein: weil sie nicht bezahlbar ist. Solange der Mittelstand in Deutschland die Zeche jeder Verwirrung bezahlen muss, mit seinen Steuern und Abgaben Reiche, Arme und einen aufgeblähten Verwaltungsapparat subventionieren muss, ihm somit selbst jede Investionsfreude genommen wird – solange helfen auch keine späten oder hyperaktiv initiierten Erkenntnisse!

Aber ein staatlich subventioniertes Studium hilft zukünftiger Frau wenigstens, die Bedienungsanleitung für den Toaster zu lesen, der diplomiert wickelnde Mann freut sich über diese Zuarbeit … 😉

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§ 2 Antworten auf Girl’s Day

  • Stefan sagt:

    Du schreibst sehr richtiges, ich tue das, Marie in Südfrankreich tut es, aber es sind nur Worte. Was könnte man „tun“? Mir ist nach handeln, ich habe aber kein Ahnung was. Mit Sicherheit werde ich mich nicht durch verrauchte Hinterzimmer in einer Partei hochdienen.

    Fragen über Fragen….

    • ankeberlin sagt:

      Tja, es ist wirklich schwierig, man stößt ja schnell an Grenzen oder auf Schweigen, wenn man sich mal ’nichtkonform‘ äußert. Ich denke aber, genau hier eine andere Diskussionskultur zu entwickeln wäre wichtig. Fehler zu erkennen und sie einzugestehen, gehört zu jeder geistig mentalen Entwicklung, die ein konstruktives Handeln erst ermöglicht.

      Vielleicht sollten die sog. Volksvertreter das Nichtraucher-Gebot nicht allzu ernst nehmen, dann müßten sie auch mal wieder ihre Aschenbecher leeren bzw. das in Auftrag geben, d.h. Dreck wegräumen. Unsere cleane, desinfizierte und bediente Politiker-Kaste erkennt den Schmutz gar nicht mehr … 😉

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