Ängste berechtigt?

30. April 2010 § 2 Kommentare

In den Medien westeuropäischer Länder wird zunehmend der Unmut thematisiert, der sich breit macht ob der zögerlichen Handlungen  deutscher Politiker, insbesondere der Regierung. Die Griechenland-Krise bringt zutage, was lange unterschwellig gärt. Die Kanzlerin wird als ‚Madame No‘ oder als ‚die neue Thatcher‘ bezeichnet; ihr wird ein ‚Drang nach Osten‘ in die russische Modernisierungsgesellschaft vorgeworfen, sogar eine preussisch-slawophile Haltung. Die Bürger westeuropäischer Staaten fühlen sich als wirtschaftliche Partner nicht ernst genommen, eher als Urlaubs- und Rentenparadies mißbraucht.

In der Tat, hat aus Sicht vieler ‚Vorwende-Westdeutschen‘ die Kanzlerin wenig Empathie mit diesem großen Teil der Bevölkerung. Der ‚Drang nach Osten‘ ist jedoch schon seit der Regierung Schröder/Fischer deutlich und löst in der Tat Unwohlsein aus.

Nun kommen alle in Bedrängnis. In Griechenland fliegen schon Fäuste und Schlagstöcke. Die Angst vor dem Überspringen der Funken, die da erzeugt werden, ist groß. Nicht nur die anstehenden Regionalwahlen, um die sich die Bundespolitiker offensichtlich mehr Sorgen machen, als um Europa stehen an. Der 1. Mai steht vor der Tür und die Angst vor dem Ausbruch von Krawallen beherrscht die Medien, in Berlin ganz besonders.

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§ 2 Antworten auf Ängste berechtigt?

  • marie418 sagt:

    Stimmt genau, hier in Frankreich, wie in anderen europäischen Ländern wir die starre Haltung der Kanzlerin als Ursache für die Krise betrachtet. Durch ihr ständiges Nein hat sie tatsächlich auch die Spekulation auf einen Bankrott und die Erhöhung der Zinsen für die Staatsschuld in die betroffenen Länder geholt.

    Schlimmer noch empfinde ich aber die lasche Haltung von Europa, man hat uns (so wird es hier in Frankreich empfunden und mit Recht, weil die Bürgerbefragung, die einer der Wege war, um zum Abkommen von Lissabon zu zu stimmen, dieses Mal gar nicht stattfand) Europa auferzwungen – und uns scheint hier, diese Vereinigung ist nur gut um uns die Sparlampe aufs Auge zu drücken, aber wenns hart auf hart kommt ist niemand da.

    Zwar hat man Deutschland nahe gelegt mehr für die deutschen Bürger zu tun, aber das war nutzlos – jetzt werden alle anderen Länder, die in Gefahr sind, inklusive Frankreich, die Daumenschrauben ansetzen und das mit der Gefahr, dass alles in die Luft geht, weil so brav, wie deutsche Bürger den ganzen sozialen Raubbau mitmachen, tut es wohl sonst keiner.

    Was wird das noch werden, das macht ja ganz bange …

    • ankeberlin sagt:

      Ein Problem ist, daß Deutschland immer wieder eine ‚Führungsrolle‘ zugedacht wird und sei es auch nur aus ökonomischer Sicht. Mental können die Bürger dieses Landes genausowenig mit der jungen Souveränität umgehen, wie ihre gewählten Politiker. Das förderale System nicht wirklich begreifend, verliert man sich in Kleinstaaterei hierzulande, wie soll daraus eine Reife für Europa entstehen?

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