Große Brötchen

11. August 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn’s ums Brot geht, dann geht’s schnell um’s Ganze. Die ‚Mutter‘ der Revolutionen wurde von dem Ruf ‚…du pain …, du pain …‘ begleitet während Marie Antoinette über Kuchen redete … ! Das Sommerloch lässt nun den Kohl ins Kraut merkeln …

Die Medien scharren an den Türen der politischen Parallelgesellschaft und finden scheinbar Unglaubliches heraus: Der Bundespräsident ißt Brötchen aus Hannover, und das in Berlin! Fünf mal in der Woche wird die präsidiale Aura vom Bäcker aus Hannover beliefert! (jeden Tag ein LKW mehr auf der Strecke)

51% der Bevölkerung sind mit der Arbeit des Präsidenten zufrieden, wird anderswo berichtet; es folgt der Aufschrei in den Kommentaren: Schließlich ist er erst ein paar Wochen im Amt und die Hälfte davon hat er selbstbezahlt, im Luxusambiente von Freunden auf Mallorca, geurlaubt. Dazu kommt, daß man offensichtlich im Schloss Bellevue nicht wohnen kann, als schon fast kinderreiche Patchwork-Familie und deshalb die Wahl auf die Villa im ‚Kiez‘ Dahlem fiel. Hier muß allerdings das Dach noch für ein paar (mehr) Euro gerichtet werden. Aber Ex-Kanzler Schröder mit Ehefrau hatte zumindest die Design-Vorlagen so erfüllt, daß ähnlich wie in Hannover der ‚Übernahme-Faktor‘ nicht schwierig zu sein scheint. Der CDU-Präsident fühlt sich wohl im Ambiente sozialdemokratischer Kuschel-Faktoren …

Nun sind aber die Berliner Bäcker allesamt richtig sauer und mit ihnen die türkischen Bäcker in Berlin. ‚Als könnten wir kein Brot backen!?‘ sagen sie  berechtigt. Den hannoverschen Hoflieferant gibt es zwar schon seit Präsident Herzog, aber jetzt, nach dieser desaströsen Präsidentenwahl, wird’s halt gerade ganz interessant, wer von wo wen beliefert und immerhin ist die BRD ja immer noch ein förderaler Staat … wo bleiben also die Hoflieferanten anderer Bundesländer? Und wo bleibt das angeprangerte Umwelt-Denken? Berlin wird von Brandenburg umgeben, Böden für Getreide hervorragend! Müssen es wirklich die Brötchen aus dem ‚Westen‘ sein?

Die Dienstvilla in Dahlem wurde übrigens unter Adenauer (wenn ich richtig informiert bin) als Gästehaus gekauft. Hat da im Laufe der Jahre nicht eine Art Zweckentfremdung stattgefunden? Und braucht ein Präsident der BRD wirklich so viele Häuser zum Repräsentieren? Villa Hammerschmidt in Bonn, Schloss Bellevue in Berlin, Präsidialamt im Tiergarten – Berlin und nun noch 250 qm in Berlin – Dahlem?

Der steuergeknechtete Bundesbürger könnte, so glaube ich, mit einer Villa Hammerschmidt zurechtkommen, oder mit einem Schloss Bellevue… mit diversen Zusatz-Immobilien, die er auch noch finanzieren darf, kommt er schon schlechter zurecht und mit den Brötchen aus Hannover dann nicht oder  nicht mehr wirklich …

Meine Brötchen (s.o.) kaufe ich beim Berliner Bäcker mit türkischem Migrationshintergrund (um mich verzweifelt korrekt auszudrücken) … sie schmecken hervorragend, sind jeden Tag frisch und werden beim Kauf mit netten Worten begleitet! In Hannover esse ich die Brötchen dort … bis jetzt hat’s mir noch keinen Zacken aus meiner ‚Bürger-Krone‘ gebrochen … 😉

‚Kleine Brötchen‘ backen kann auch angenehm sein! 🙂

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