Winterspaziergang

5. Januar 2011 § 3 Kommentare

Obwohl ich momentan nur einen Purzelbaum weit von der Spree wohne, habe ich diese seit Ende Oktober nicht mehr zu Gesicht bekommen. Trotz nervenaufreibender Physiotherapie, deren schweißtreibende Übungen mich manchmal an den Rand der Verzweiflung bringen, konnte ich die Sonnenstrahlen über Berlin heute nicht inside über mich ergehen lassen. Also wurde die Gipsschiene festgezurrt, der Hol-Dir-Kraft-Tee getrunken, die laschen Muskeln verpackt und ab ging es auf die Spreemeile.

Wunderbar! Die Sonne, die klare Luft, die Winterlandschaft – das ist Kurzurlaub! 🙂

Vor den Häusern in unserer Strasse war der Weg gekehrt, Split war gestreut, die Sonne hatte den Stein getrocknet. Meine Begleitung musste sich beeilen, um Schritt zu halten, so schnell war ich mit (!) Krücken am Start. In den öffentlichen Anlagen angekommen, konnte ich dann meinem, sich im Wiederaufbau befindenden Sprunggelenk, das richtige Training zukommen lassen. Jede Bewegung war gefordert, vertikal und horizontal und alle 10 Meter lag ein Split-Steinchen, auf dem ich mich ausruhen konnte. Es war wunderbar leer auf dem Weg an der Spree, sonst wird man schon mal von den Joggern über den Haufen gerannt. Kein Fahrrad, kein Rollstuhl blockierte den Weg, die sonst vollbesetzten Bänke waren menschenleer und konnten sich unter einer dicken Schneelast von den Anstrengungen des Sommers ungestört erholen.

Einer der schönen Spazierwege in der Mitte Berlins wirkte wie ausgestorben, wäre da nicht das brummende Geräusch über uns gewesen. Na klar, Der Winterdienst in den Kanzlergärten! Wir waren also doch nicht so ganz alleine. Und Gott sei Dank kratzt man dort sorgfältig jede Schneeflocke von den Wegen, möglichst rutschen die 3 bis 5 empfindlichen Politikersohlen aus, die im Jahresdurchschnitt hier Erholung suchen. Bei Knochenbrüchen lässt man dem Volk den Vortritt …

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§ 3 Antworten auf Winterspaziergang

  • vilmoskörte sagt:

    Dann sind wir uns dort bestimmt schon mal begegnet – als nichtrauchender Jogger renne ich natürlich besonders gern rauchende Frauen um, besonders, wenn sie mit Gehhilfen unterwegs sind 😉

    • ankeberlin sagt:

      Ich könnte natürlich an der artistischen Möglichkeit arbeiten, den Glimmstengel als Handgepäck mitzuführen. Allerdings habe ich den Zustand sehr genossen, dass die Luft an der Spree mal nicht (!) dieselgeschwängert von kaum besetzten Ausflugsschiffen war. Da ich weder eine militante Raucherin, noch eine militante Nichtraucherin bin, werde ich die Krücken auch nicht zweckentfremden, gefahrloses Joggen ist in dieser Hinsicht also auch weiterhin möglich 😉

  • vilmoskörte sagt:

    Das mit den rußenden Ausflugsschiffen ist in der Tat ein mächtiges Ärgernis. Die Umweltzone gilt für sie offensichtlich genausowenig wie für die vielen ausgelutschten Daimler-Taxen, die nach 200 Tausend km eine fette Rußfahne hinter sich herschleppen. Schiffe und Taxen sind dabei überwiegend ununterbrochen in der Umweltzone unterwegs.

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