Eis auf dem Müggelsee

6. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

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Einfach mal raus aus der Stadt, auch wenn ich immer noch minimalistisch fußläufig bin. Die Sonne schien in Strömen, aber auf Potsdam, Wannsee etc. hatten wir heute keine Lust, also wurde die Gegend am Ostrand des Millionendorfes Berlin erkundet. Das Fischerdorf Rahnsdorf liegt noch im tiefsten Winterschlaf, und da keine Fähren fahren, gibt es auch nur punktuell Zugang zum Wasser. Auf dem kleinen Anleger hielten ca. 6 Menschen die Nasen in die Sonne und lauschten dem Schnattern der Enten. Ein paar Eisschollen trieben an uns vorbei und nicht wirklich haben wir damit gerechnet, dass der See noch zugefroren ist, ja sogar Eisläufer und Eissegler unterwegs waren.

Mit dem Auto suchten wir ein Plätzchen am Ufer, wir wurden westlich des Strandbades Friedrichshagen fündig – direkt im FKK-Bereich – so what!? Aber dazu war es dann doch zu kalt, somit brauchten wir uns nicht unserer Kleidung zu entledigen … 😉 Das Bänkchen direkt am Wasser, in der Sonne, stand dort, wie für uns reserviert, also parkte ich meine Krücken und hielt wieder die Nase in die Sonne. Eine ältere Dame gesellte sich zu uns und so erfuhren wir direkt aus einheimischer Sichtweise, was sich so tut am Müggelsee: Kaum mehr Seezugang, eingezäunte Privatgrundstücke, verwahrloste Toilettenhäuschen oder gar keine mehr. Und sowieso wurde der ganze Osten von den Wessis überrollt, das Gewohnte zerstört, die Natur zerrüttet …

Im ersten Moment staunt man nicht schlecht und gähnt verholen: Ist das immer noch Thema, nach so langer Zeit …??

Und tatsächlich kommt man als Wessi ins Staunen, wenn man dann in Friedrichshagen fast vergeblich eine Strandpromenade sucht. Ein kleiner Park mit Strandbar, das war’s. Links und rechts davon ist alles privat ‚verdrahtet‘ und somit tummeln sich hier, auf engstem Raum, jede Menge sonnenhungrige Großstädter. Als ehemalige Anwohnerin eines Seegrundstückes am Bodensee kommt es mir wie eine Farce vor, dass dort Ende der 1980iger Jahre alle Strände renaturisiert wurden und bis auf wenige Ausnahmen, das ungehinderte Spazieren am Ufer für jedermann (!) möglich ist.

Ein netter Ort ist dieses Friedrichshagen und schön, dass der Spreetunnel, der 1926 gebaut wurde, es möglich macht doch noch ins Grüne zu kommen, um am Ufer zu spazieren. Die Neuzeit hat der Allgemeinheit bisher kaum gute Lösungen beschert, wie es aussieht? Auf der sonnigen Veranda einer altehrwürdigen Brauerei-Gaststätte speisten wir hervorragend und blickten dabei über den See, auf dem die Eis-Segler im schneidenden Wind dahinsausten. Es war ein wunderschöner Ausflug, bei dem wir wieder etwas dazu gelernt haben, auch dass die Menschen aus und im Osten genauso wenig zufrieden sind mit Arbeit, Verhalten und Benehmen der Bundeskanzlerin und ihrer Regierung wie wir …

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