Nach dem Eierhäuschen

23. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Karfreitagmorgen, die Radiodame verkündet: “ … Berlin, so wundervoll sonnig an diesem 1. Osterfeiertag …“ – so what? Hatte ich mich im Kalender vertan?

Spontan denke ich an Fontane und seine Melusine in Kapitel 14 des Romans ‚Der Stechlin‘:Da heißt es nun immer, … , Berlin sei so kirchenarm; aber wir werden bald Köln und Mainz aus dem Felde geschlagen haben …“  In der Tat wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts viele Kirchen in Berlin gebaut, die Botschaft vom Karfreitag scheint bis heute noch nicht so recht angekommen zu sein?

Das Wetter, in der Tat feiertäglich, lud uns zu einer größeren Fahrrad-Tour ein, auch dachten wir den Touristenmassen (über 2 Mio Besucher werden in diesem Jahr zu Ostern in Berlin erwartet) zu entkommen. Aber auch wenn genauso viele Berliner zu dieser Zeit die Stadt verlassen, bei diesem Wetter hält es kaum jemanden zuhause.

Fontanes Romangesellschaft fuhr mit Schiff ’nach dem Eierhäuschen‘ und „... der Baron ein Bayer (der) unter katholischen Anschauungen aufgewachsen war, ließ doch beständig Unterschiede hervortreten.Nach einem gemeinschaftlichen Spaziergang am Ufer lies man sich im Gartenlokal des Eierhäuschens nieder und verspeiste wahrscheinlich den beliebten Streuselkuchen.

Wir umrundeten dieses, ehemals so beliebte Ausflugsziel im Plänterwald, welches nun hinter hohen Sicherheitsgittern so langsam in sich zusammenfällt. Unser Weg dorthin führte durch den beliebten Treptower Park, in dem es scheinbar keinen Quadratmeter mehr gab, auf dem nicht gegrillt wurde. Es ist ein Jammer, daß das Gelände, inklusive dem ehemaligen Vergnügungspark, vor sich hin dämmert, nur weil Staat, Stadt und Land einem Betrüger aufgesessen sind. Von Kaffee und Kuchen, auf der wunderschönen Terrasse zur Spree hin gelegen, kann man nur träumen. Aber es gibt Hoffnung: seit gestern hat ein Stückchen weiter, am ehemaligen Haupteingang zum Vergnügungspark ein kleines Café aufgemacht und inmitten der Wracks, vergangener Vergnügungskultur bekommt man nicht nur Kaffee und Streuselkuchen, sondern auch Currywurst und Bulette. Vielleicht ist ein Anfang gelungen? Ich wünsche den Betreibern vom Café Mystica jedenfalls alles Gute.

Mit Pit-Stops in Kreuzkölln, an der Bergmannstrasse und im Zollpackhof haben wir es bei herrlichstem Wetter auch wieder ganz nachhause geschafft und der lädierte Fuss hat alles mitgemacht, ist also wieder sommertauglich 🙂

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