Alternativen

1. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Vor ein paar Tagen, als ‚der große Regen‘ uns noch nicht sein bevorstehendes Ausmaß vermuten lies, saßen wir in kleiner Runde in einer Kneipe an der Spree, in der Nähe des Bundesinnenministeriums, und ließen den Feierabend genüsslich auf uns wirken. Es war alles ganz friedlich, die hohe Politik ist in den Urlaub entflogen – eine Zeit der Ruhe – für Berlin …trotzdem stehen die Wahlen zum Abgeordnetenhaus bevor und man redet halt diesbezüglich über dies und das …

… da tuckert das Floss der Piraten an uns vorbei und wenig später

… stöckelt eine hektische Vielrednerin, mit ca. 20 Menschen im Schlepptau, um’s Eck und steuert eine offensichtlich improvisiert initiierte Outdoor-Tafel des Lokals an. Hier war eine bayrische Dampfwalze am Start und zerpflückte so langsam unsere feierabendlichen Gefühle: DIES war nicht richtig und DAS war nicht richtig, dort wackelte der Tisch, da fehlte ein Glas und dort kippelte der Stuhl. Jeden Moment drohte einem Teilnehmer der Runde die Konfrontation mit einem Radler oder Jogger, aber die Servietten mussten stimmen, das Besteck usw. Während die Dame ‚Wichtig‘ sich vor ihren Gästen den Restaurant-Manager vorknöpfte (übrigens direkt vor unserem Tisch …?) kam ihre Sekretärin an, wie ein vorsintflutlicher Gepäckträger, nämlich buckelnd schleppend: Laptops und Ordner … sie hat ihr Ziel erreicht ohne zusammenzubrechen! Gott sei Dank!

Die bayrische Dampfwalze lamentierte weiter, jeder im Service bekam sein Fett weg, zwischendurch lächelte sie süßlich, entschuldigend, ja sogar aufmunternd in ihre Runde, der sie offensichtlich Gastgeberin war? Die versuchten sich verzweifelt höflich zu unterhalten, was blieb ihnen denn auch anderes übrig?

‚Jo sag amoi, woas is denn in di neigfoarn‘ … hätt‘ ich sie am liebsten gefragt. 😉

Es wurde dann langsam lästig, wir wollten zahlen, aber die Chefhektikerin, die letzte Woche noch mit Herrn Schweinsteiger essen war,  hatte den Laden so aufgerührt, dass unser Zahlungswille offensichtlich niemanden mehr interessierte. Um der Situation zu entkommen, wählten wir selbst den Weg zur Kasse, aber fast erfolglos. Erst als wir massiv intervenierten, den nervösen Gast dort draußen als Grund benannten, wurde uns das Geld abgenommen, was wir ehrlicherweise für gute Leistung bezahlen wollten. Wir entkamen dem Stress, aber ich dachte über meine bayrische Herkunft nach …? Ich kenne sie ja nun sehr gut, die ‚preussischen Bayern‘ – aber dass die sich so aufführen …? Unglaublich!

Natürlich werden wir aufgrund dieses Vorfalls das Lokal an der Spree zukünftig nicht meiden. Die bayrische Dampfnudel-Stresshektikerin geht ja nächstens wieder mit Herrn Schweinsteiger essen und nachdem, was wir erlebt haben, bestimmt nicht an der Spree … 😉

Hoabidehri! Wir treffen uns am Gärtnerplatz in Minga, da lass‘ ich dann mal meine bayrische Migrantenseele raus … 🙂

Es gibt immer Alternativen …

PS: Und das alles auf dem Areal von Herrn Bolle’s Milchfabrik – tja, die Spree kann viele Geschichten erzählen!

Advertisements

Tagged:, , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Alternativen auf Anke's Berliner Zimmer.

Meta

%d Bloggern gefällt das: