Gemüse

9. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Lebensqualität hängt für mich sehr stark mit dem Kulturereignis ‚Essen‘ zusammen. Das hat mir meine altbayrische, pinzgauerische, preussische, sorbische und friesische Sozialisation so mitgegeben. Den Rest habe ich mir dann in Baden, Hessen und Schwaben angelacht. Mit diesem Input kam ich nach Berlin …

Halleluja! – schon dass verstehen die Preussen nicht wirklich, die  lutherischen Protestanten können zumindest noch ein bisschen damit zurecht kommen, es sei denn sie sind calvinistisch geprägt.

Zieht ein Schweizer mit seiner österreichischen Frau nach Brandenburg und die beiden bauen sich einen Bauernhof, weil sie keine Lust mehr haben auf Schrott-Food. Ich find‘ das Klasse! Nun schreibt der Schweizer über sich und seine österreichische Initiativfrau und die Brandenburger und deren Schafe ein geniales Buch – und was passiert? Die revoltieren, weil sie die Touristen nicht mehr ertragen können …

Liebe Hirschfelder, seid bitte ein bisschen nachsichtig! Menschen wie  ich sind überglücklich, gute regionale Qualität einkaufen zu können. Und ohne Dieter Moor und sein Buch “ Was wir nicht haben, brauchen sie nicht – Geschichten aus der arschlochfreien Zone“ wäre ich wahrscheinlich an den Produkten der Brodowiner vorbeigelaufen. Schon lange vor der Lektüre dieses Buches habe ich mich gefragt, warum ein Land wie Brandenburg es überhaupt nötig hat, sich mit unterirdischer CO2-Speicherung zu befassen. Bitte nicht! So ein schönes Land! So was gibt’s in ganz Westdeutschland nicht, das darf nicht verseucht werden!

Die Bayern mit ihren ‚gottgesegneten‘ Landschaften haben es auch nicht einfach. In Altötting schlagen sie sich zur Zeit mit den Ausführungen eines Landeskindes herum, welches sich so offenbart:„Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine Scheißjugend“ – von Andreas Altmann.

Ja, ja, die Preussen und die Bayern – irgendwo lieben sie sich und dann wieder hassen sie sich … die Gründe dieses Phänomen sind schon ziemlich uralt. Ich muss ‚Gott sei Dank‘ nicht ständig in Berlin leben, aber wenn ich hier bin, genieße ich den Qualitätszuwachs, der aus dieser so ziemlich unmöglichen, aber trotzdem stattfindenen Symbiose entsteht! Vielen Dank! 🙂

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