Volksabstimmung Stuttgart 21

26. November 2011 § 2 Kommentare

Im Grunde genommen ist es sehr traurig, dass es in einem demokratischen Staat Volksabstimmungen geben muss. Die gewählten Volksvertreter sollten eigentlich im Sinne ihrer Wähler agieren und deren Interessen vertreten. Wieso haben wir dann also morgen eine Volksabstimmung im Falle von Stuttgart 21? Wenn die Interessen der Bürger politisch nicht verständlich vertreten und medial undurchsichtig benutzt werden, dann wehren sie sich, so wie das im Falle von Stuttgart 21 geschehen ist.

Würde ich noch im Ländle leben, würde ich morgen auch ein Kreuz auf dem Wahlzettel machen. Und ich würde das ‚Ja zum Ausstieg‘ ankreuzen. Aber nicht der Bahnhofsumbau mit all‘ seinen Nebenwirkungen für Stuttgart und das Umland wäre meine ausschliessliche Grundlage zur Entscheidung, sondern die politischen Zusammenhänge, die weit über das Bundesland Baden-Württemberg hinaus gehen.

Der Bundesverkehrsminister kanzelte den verkehrspolitischen Sprecher der Grünen in der Haushaltsdebatte ab, so berichtet die Süddeutsche Zeitung am 25.11.11, des weiteren bezichtigte er die S21-Gegner der Lüge und der Verbreitung gezielter Falschinformationen. Dabei sind die Bürger in Stuttgart und Umgebung jahrelang auf Falsch- bzw. Nichtinformation hereingefallen. Auf der ‚Magistrale‘ von London über Paris, Wien bis Budapest, so schwärmte man uns vor …

In Wahrheit scheint es um die Unterstützung eines Staatsmonopols zugunsten des Bundes zu gehen und die Einschränkung des Wettbewerbes. In diesem November hat sich das ‚Netzwerk Europäischer Eisenbahnen e.V.‘ neu formiert und somit gibt es Hoffnung, dass wir Bürger der Drangsale durch monopolistische Strukturen zukünftig entgehen könnten. Das Streckennetz der Privatbahnen ist ausgerechnet im Südwesten ziemlich mager, während man im Rest der Republik ein durchaus interessantes Angebot hat, nicht nur preislich.

Wer keinen Wert auf schlechten Service legt, fährt zukünftig mehr mit Privatbahnen und wählt die politische Machtkonzentration mit einem ‚Ja zum Ausstieg‘ ab.

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§ 2 Antworten auf Volksabstimmung Stuttgart 21

  • wassily sagt:

    Danke für deine Solidarität aus der Ferne.

    Es geht um mehr als einen kropfunnötigen aber milliardenteuren Bahnhof. Es geht um den sinnvollen Einsatz von öffentlichem Geld für einen kundennahen, funktionierenden und bezahlbaren Fern- und Nahverkehr.

    Und: es geht auch darum, dass sich die Bürger nicht mehr an der Nase herumführen lassen wollen, von abgehobenen Politikern, die im Hinterzimmer ihre dubiosen Geschäfte machen. Es geht gegen Umverteilung von unten nach oben, es geht auch darum, dass die Bürger es satt haben, die Verluste zu blechen und bei den Gewinnen immer in die Röhre zu gucken.

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