Chaos – oder die Ordnung der Artigen

5. Januar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nein! Mir hat es nicht die Sprache verschlagen – oder doch?

Ein fröhliches neues Jahr wollte ich wünschen und all‘ die schönen Gedanken verbreiten, so wie es viele tun zum alljährlichen Neuanfang. Allerdings bleibt einem dieser Jahresanfang regelrecht im Halse stecken, betrachtet man die mediale Szenerie. Allen Freunden und Bekannten im Rest der Republik kann ich nicht wirklich eine ausführliche Hofberichterstattung liefern. Gestern bin ich am viel diskutierten Schloss vorbei geradelt und sah die Präsidentenflagge, verwickelt um den Fahnenmast – ist aber ja auch kein Wunder bei dem Sturmtief …

Hätte ich nicht so viel Arbeit zur Zeit, würden sich meine Gedanken auch eher um die Rolle der Bundeskanzlerin drehen, als um den obersten Volksvertreter, durch den ich mich nun wirklich nicht vertreten fühle – im Gegenteil, eher getreten fühle. Immer noch gespannt warte ich auf eine Antwort, wie er das Kunststückchen mit seinen Kreditzinsen hinbekommen hat. Geldmarkt-Geschäft? Das erklärt gar nichts und die Unterscheidung zwischen BW-Bank und LBBW im Interview herauszustellen ist so lächerlich, wie ‚Currywurst mit Champagner‘. Es ist auch egal, ob sie am Ku’damm oder am Gendarmenmarkt genossen wird … alles drumherum ähnelt dem Vereinsleben überholter Tennisclub-Szenarien.

Ein Präsident, der sich öffentlich selbst begnadigt ist auch ein Kunststück. Ein Präsident, der jünger als alle seine Vorgänger ist und trotzdem ein halbes Jahrhundert älter wirkt, hat nichts mit der Gegenwart zu tun. Verzweifelt versucht er seine Fehler zu entdecken und entdeckt sie einfach nicht, weil er von seiner Artigkeit überzeugt ist. Wie vernagelt verrannt in eine Nachkriegs-Werte-Orientierung, leidet er unter sich selbst und der fehlenden Realitätsnähe, weil er es liebt in einer anderen Welt zu leben als seine Untertanen … das Ganze ähnelt einem feudalistischen Traumata.

Schlimm in diesem Zusammenhang empfinde ich die Spaltung, die deutsch-deutscher Werte-Orientierung widerfährt, sondern auch europäische Gemeinsamkeiten betrifft. So wurde der Stadt Friedberg seitens der englischen Partnerstadt die Freundschaft aufgekündigt. So etwas ist ein Alarm-Signal! Europäische Städtepartnerschaften haben Deutschland sehr geholfen, sich aus dem Nazisumpf zu befreien. Unter Frau Merkel gehen wir einen sonderbaren Weg, befremdlich und beängstigend wirkt das auf mich.

Der neue Berliner Innensenator will 250 Polizisten mehr einstellen, aber den Schutz für bedrohte Schulen in Neukölln stellen ab sofort wieder Lehrer her? Gibt es nicht schon genügend Polizisten in der Bundeshauptstadt? An jeder Ecke und überall – jeder Politiker wird beschützt bis über die Halskrause – es wirkt schon fast, wie eine kollektive Angststörung?!

Politik drängt sich gerade unangenehm und unangemessen auf und fordert dafür noch die Absolution. Nein Danke! Ihr seid teuer genug, für das was Ihr bringt!

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