Déjà vu

14. Januar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Auch ich habe mich schon an die täglich neuen Schlagzeilen gewöhnt, die sich mit dem deutschen Bundespräsidenten und seinen Ungereimtheiten beschäftigen. Ehrlich gesagt wird es langsam langweilig, weil sich dieser Mann offensichtlich selbst nicht versteht, oder aber, wie so viele andere Politiker, den Bezug zur Realität verloren hat.

Was mich viel mehr nervt, ist die Rolle seiner Frau. Man wird das Gefühl nicht los, dass sie beständig an einem Mythos arbeitet, um die berühmte Königin Luise von Preussen zu übertreffen?

Real gegenwärtig serviert uns das Ministerium für Arbeit und Soziales die Rente mit 67. Die Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betütert uns mit ihrem eigenen Nachwuchs und hält sich für glorreich mit Erkenntnissen, die älter als sie selbst sind.  Die Nichtmutter und Bundeskanzlerin begrüßt jeden Tag ihr Stiefkind, welches fotografisch ihr Arbeitszimmer schmückt. Die ebenfalls kinderlose Bundesministerin für Bildung und Forschung schaut tatenlos zu, wie Praktikanten wirtschaftlich ausgenutzt werden, und die *G.a.t.t.i.n* des Bundespräsidenten schmückt sich selbst und einen Job, der m. E. vollkommen überflüssig ist.

Nicht alle sog. First Ladys der BRD waren überflüssig, denn einige haben gute Arbeit geleistet und Organisationen hervorgerufen, die tatsächliche vielen Menschen geholfen haben. Zum Beispiel: Elly Heuss-Knapp mit der Gründung des Müttergenesungswerkes, Christiane Herzog mit der Stiftung für Mukoviszidosekranke, Eva Luise Köhler mit ihrer Stiftung für Menschen mit seltenen Erkrankungen etc.

Was aber macht nun die momentane ‚First Lady‘ der Republik? Sie bringt ihr Tatoo und eine Patchwork-Familie ein und proklamiert die Wiederbelebung der korrumpierten Kinderhilfsorganisation Unicef. Backt Kekse mit Kindern im Advent, repräsentiert den Negativ-Level deutscher Mode und lächelt auf Knopfdruck, vor allem dann, wenn es darum geht, medial ihren Mann anzuhimmeln.

Ja wo sind wir denn? Meiner Großmutter hätte ich ein solches Verhalten noch verziehen, in kaiserlich preussischen Zeiten hatten es  Frauen aus dem Volk wirklich nicht leicht.  Auch meiner k.u.k.-Großmutter kann ich Sissi-Allüren verzeihen. Aber eine Frau unter 40, die sich im ‚Hier und Heute‘ per Werbe-Drill in Glamour und Floskeln stürzt, kann und will ich nicht verstehen. Einen solchen ‚Schmuck am Nachthemd‘ brauchen wir Frauen hier in Deutschland nicht!

Es gibt momentan viele Gründe über das Amt des Bundespräsidenten nachzudenken, die Rolle der Frau – der *Gattin*, die verfassungsgemäß ‚Teil des Amtes‘ ist, sollte dabei ernsthaft überdacht werden. So, wie es momentan läuft ist es überflüssig und schon fast entwürdigend. Das muss ich als autorisierte Einwohnerin dieses Staates nicht wirklich akzeptieren.

Frauen und Mütter in Deutschland brauchen kein Déjà-vu-Szenario welches sich in altbackener Hausarbeit und falschem Familienverständnis erschöpft, sondern klare politisch initiierte Regelungen, die der Unterschiedlichkeit der Geschlechter und einer problemlosen Familiengründung gerecht werden. Eine sorgfältig durchdachte Rentenlösung und Toleranz für individuelle Lebensentwürfe.

Die bundespolitische Riege scheint sich wohl zu fühlen in der Wiederauflage wilhelminischer Strukturen und auch dabei, sie dem Rest der Republik überzustülpen? Wäre jetzt Weihnachten, ich würde mir wünschen, dass Alice Schwarzer endlich mal das Thema ‚Romy Schneider‘ und ihren fast orthodoxen Feminismus verlässt, um mit ihrer ‚guten Schreibe‘ dieser Republik endlich mal auf die Sprünge zu helfen …

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