Wir haben es satt

21. Januar 2012 § 9 Kommentare

Demo Berlin Januar 2012

unter diesem Motto fand heute eine grosse Demonstration in Berlin statt. Bis zu 23 000 Menschen sollen dort gewesen sein. Es war nasskalt und ungemütlich. Eine Neuausrichtung der Agrarpolitik wird gefordert. Wir wollen keine Gentechnik im Essen, keine Tierquälerei in Megaställen, keine unnötig herbeigeführten Antibiotika-Resistenzen und keine Lebensmittelskandale usw.

Bauernhöfe statt Agrarindustrie – der voranschreitenden Kulturlosigkeit könnte hiermit Einhalt geboten werden. Das täte nicht nur Deutschland ganz gut. In diesem Sinne habe ich gerne ein wenig mit gefroren …

Die Protesttafel ‚Teller statt Tonne‘ konnte offensichtlich nicht auf der Straße des 17. Juni stattfinden, weil sich dort die von Daimler geladenen Gäste, im geheizten Zelt zur Fashion Week tummelten.

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§ 9 Antworten auf Wir haben es satt

  • mayarosa sagt:

    Toll, dass du dich aufgerafft hast.
    Wir als Verbraucher können eine Menge tun, indem wir nur das Essen kaufen, das von regionalen Mittelstandbsbetrieben kommt bzw. nach Bioregeln hergestellt wurde.
    In Convenient-Food können wir es nicht kontrollieren, aber wer braucht schon convenient Food?
    Und wir können uns mit der Natur und ihren Prozessen beschäftigen, so dass nicht bei jedem Keim der irgendwo gefunden wird eine nationale Hysterie ausbricht, wie beim Thema EHEC. Denn auch mit solcherlei Hysterie stützen wir die Industriebetriebe und stürzen den Mittelstand ins Aus.

  • ankeberlin sagt:

    Es war schon ganz schön ungemütlich. Bei diesem ‚Sauwetter‘ hier, setzt man normalerweise keinen Fuss vor die Tür. Nicht auszudenken was da los gewesen wäre, wenn es ’nur‘ trocken gewesen wäre.

    Wir Verbraucher haben nur eine Chance, wenn wir bewusst mit dem Thema umgehen und zwar nicht nur beim Einkauf, sondern auch in Restaurants und am Imbiss

    Allerdings gibt es aber inzwischen so viele arme Menschen, hier in Berlin besonders, die darüber gar nicht nachdenken können. Die Armut liegt hier quasi vor den Türen der ‚großen‘ Politik und die redet vom Hunger irgendwo in der Welt, arbeitet aber kein bisschen daran, die Verteilungsprobleme zu lösen.

    Gerade der Mittelstand hat auch große Chancen in nachhaltiger und umweltverträglicher Lebensmittelproduktion. Es waren ja viele Bauern und Landwirte dort und die scheinen es, bis jetzt ja irgendwie hinzukriegen, werden aber zu Verlierern, wenn die Agrarindustrie immer weiter mit überhöhten Subventionen gefördert wird.

  • Elvira sagt:

    Auch die Initiative Arbeitslosenhilfe lief im Zug mit unter dem Motto „“Krach-Schlagen-Bündnis der Erwernslosengruppen“. In dem Infoblatt, das verteilt wurde, heißt es u.a.: „…Wenn ihr im Kampf um gentechnikfreie, gesunde und fair produzierte Lebensmittel nicht auch die soziale Frage stellt, und wir im Kampf um eine menschenwürdige Mindestsicherung nicht nach Quailität und Produktionsbedingungen unserer Nahrungsmittel fragen, kann es keine allgemeine, keine gesamtgesellschaftliche Lösung geben……“
    Ich habe es sehr bedauert, dass der Demozug nur die wenigen Meter ohne große öffentliche Aufmerksamkeit zurücklegen durfte. Sicherlich wäre uns bei einem längeren Marsch auch wieder wärmer geworden. „Mutti“ hat an dieser Stelle eh nicht am Fenster gestanden, und Frau Aigner lässt sich lieber die Schmankerln auf der GW munden.
    Liebe Grüße,
    Elvira (aus Berlin)

    • ankeberlin sagt:

      Diese Demonstration hatte schon eine hohe Aufmerksamkeit, auch wenn man sie vor Ort vielleicht nicht so empfunden hat. Die zuständige Bundesministerin hatte sich im Vorfeld schon gegen Kritik gewehrt. Außerdem waren zum Agrarministergipfel sehr viele Landwirtschaftsminister in Berlin anwesend, die Vertreter der Europäischen Kommission, Food and Agriculture Org der UN und das Commitee on World Food Security.

      Selbst wenn sie sich zur Zeit der Demo auf Häppchen-Jagd im Messegelände befanden, so konnte ihnen dieses Ereignis unmöglich entgehen. Das ganze Regierungsviertel stand doch voller Busse …

      Die Bundeskanzlerin zog es vor, sich mit ein paar europäischen Finanzministern auf Schloss Meseberg zu treffen, um über die Vereinbarkeit von Wachstum und Nachhaltigkeit zu sinieren, wie es der Regierungssprecher auf Twitter mitteilte. Nunja, der zertrampelte Matschrasen vor der Haustür des Kanzleramtes ist nach einer solchen Veranstaltung auch nicht wirklich vorzeigbar 😉

  • herr_momo sagt:

    Irgenwie schon sehr merkwürdig, dass für ein Modeevent mit einer Hand voll vermeintlich wohlhabenden Besuchern eine Hauptverkehrsstrasse in der Hauptstadt gesperrt wird, um das Bierzelt darauf aufzubauen…

    • ankeberlin sagt:

      Tja, in der Tat merkwürdig dass ein Autohersteller doppelspurige Hauptverkehrsadern, ausschliesslich für sich beansprucht, auf denen eigentlich Autos fahren sollten. Außerdem wurde das Areal auch noch so überaus hässlich gestaltet, ein etwas größenwahnsinnig anmutendes Zelt mit seinen Abluft- und Abfall-Installationen. Aber wehe die Occupy-Leute stellen eine einzige Strandmuschel auf … 😉

  • Frau Momo sagt:

    Wir waren auch trotz Sauwetters dabei. Morgens um 6.00 Uhr in Hamburg los, mit der der Bummelbahn nach Berlin und abends wieder mit der Bummelbahn zurück.
    Ich sortiere gerade unsere Bilder.
    Und bei aller Sinnhaftigkeit eines solchen Protestes wie heute, letztlich nützen alle Demos nix, wenn wir Konsumenten nicht auch endlich umdenken. Denn wir kaufen das Dreckszeugs, sonst würde es gar nicht produziert werden. Wir haben die Macht….
    Trotzdem ist es richtig und wichtig, auch der Politik zu zeigen, das wir ihre Lobbypolitik nicht wollen, das es nicht unser Interesse ist, wenn immer größere Massentierhaltungen hoch subventioniert werden und und und…
    Das Thema ist sozusagen mein täglich Brot, ich verdiene mein Geld in der Biobranche, aber dazu bin ich über mein eigenes Konsumverhalten gekommen.
    Unschön war die braune Randerscheinung der Demo… leider nutzen die Braunen das Thema für ihre Blut-und Bodenideologie. Zum Glück war es gestern nur ein kleines Scharmützel, das wir selber gar nicht mitbekommen haben.

    • ankeberlin sagt:

      Ein paar Flugrouten-Gegner waren ja auch noch unterwegs. Inzwischen empfinde ich es aber schon als berlintypisch, das mehrere Demonstrationen an einem Tag stattfinden. Dass sie sich so in die Quere kommen passiert nicht so oft, und Störenfriede werden oft auch durch übermäßige Polizeipräsenz herbei provoziert.

      • Frau Momo sagt:

        Den Flugrouten-Gegnern sind wir am Bahnhof Friedrichstraße begegnet.
        Wobei die Störung der Hirnlosen bei „unserer“ Demo wohl schon geplant war. Die versuchen ja immer wieder da aufzutauchen und mitzumischen, wo sie unerwünscht sind. Wir haben das auch schon bei Anti-AKW Demos erlebt.

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