Big Bubble II

7. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

In Berlin war ja schon vor 300 Jahren was los, da war ich noch nicht hier. Aber heute, am 6.Februar 2012, war ich hier und hatte eine Art unbeteiligtes Schleudertrauma.

15:8 – aus Langeweile bzw. um nicht zu erfrieren habe ich mitgezählt. 15 Polizeiautos (vielleicht waren es sogar noch mehr, ich kam erst später in den Stau) und 8 Limousinen. Pünktlich, wie deutsche Beamte nun mal sind, durchpflügte der Konvoi des halben Kabinetts der Bundesregierung, inklusive Bundeskanzlerin, Berlin mitten im Berufsverkehr. Wenn die Damen und Herren Politiker ihren Feierabend anstreben, dann steht jedes Auto, jeder Fussgänger jede Beweglichkeit still. Bei minus-zweistelliger Außentemperatur ein fast sibirisches Erlebnis.

Sie kamen aus Paris, um dort Griechenland zu retten oder Wahlkampfhilfe zu leisten – so richtig weiß man das ja nicht genau, weil die Bundeskanzlerin in ihrer Funktion als solche unterwegs war, aber auch als Freundin des französischen Präsidenten? Letztgenannter hat offensichtlich eine große Liebe zu unserer Regierungschefin entdeckt? Klingt romantisch, ist es aber nicht wenn man frierend an der Kreuzung hängt.

In Frankreich hat man die Pressekonferenz der Grosskopferten aus Versehen in deutsch ausgestrahlt und so konnten die Franzosen doch tatsächlich ihren Präsidenten auch mal übersetzt zuhören, wie ich über eine Blogger-Kollegin in Frankreich erfuhr. Der zuständige Programmdirektor tut mir jetzt schon leid, aber das war ja wohl ein Knaller …

Diesen ganzen desaströsen Ereignissen kann man einfach nur entkommen, indem man ins Kino geht: ‚ZETTL – unschlagbar charakterlos‘. Jo mei! 😉 Der ganze Politsumpf, so abgehoben dargestellt ist natürlich kein Vergleich zu ‚Kir Royal‘ – der Müncher Bussi-Gesellschaft. Aber trotzdem gerade unter Merkel soviel gebusselt wird, wie sonst nie in der ‚großen‘ Politik, passt dieser ganze unwirkliche Mist, den Helmut Dietl und Benjamin Stuckrad-Barre sich da ausgedacht haben, ganz hervorragend. Man mag es nicht glauben, aber das politische Berlin ist so! Das künstliche Paralleluniversum, welches sich inmitten einer Stadt aufbläht, wie eine unerwünschte Warze. Ich hab‘ jedenfalls soviel gelacht wie schon lange nicht mehr an einem Tag … dabei ist das Ganze eigentlich unglaublich traurig …

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