Wolkenkuckucksheim

16. März 2012 § 2 Kommentare

Immer wieder interessant amüsant und traurig ist es, wenn man den Output deutscher PolitikerInnen bestaunen darf. 8 Experten hat die Bundesfamilienministerin ein Jahr lang beschäftigt, um herauszufinden wie man Familien in der Republik noch mehr drangsalieren kann bzw. wie man sie dann irgendwann endgültig verhindert. Über einen Bericht, der 249 Seiten umfasst, kommt die Bundespolitikerin zu dem Ergebnis dass ‚Oma und Opa‘ jetzt auch eine Auszeit bekommen, um ihre Enkelchen zu versorgen.

Natürlich hat der Arbeitgeber ein Einspruchsrecht, sollten betriebliche Gründe das nicht zulassen.

Ich frage mich, wozu Arbeitgeber eigentlich Mitarbeiter haben? Ich frage mich auch, wie zukünftig ein Bewerbungsgespräch für WiedereinsteigerInnen verläuft? „Haben Sie Enkelchen? – ach wie süß“ *grins*

„Wir bedauern Ihnen keine Zusage geben zu können, dies steht nicht im Zusammenhang mit Ihrer Qualifikation. Wir sind sicher, dass sie mit Ihrem Potential einen gleichwertig interessanten, höher dotierten Arbeitsplatz bekommen und wünschen viel Erfolg für Ihren weiteren beruflichen Werdegang“

Diese Bundesministerin, inklusive Ihrer sog. Expertenkommission ist scheinbar noch nie realistisch mit dem Funktionieren wirtschaftlicher Ereignisse konfrontiert worden? Staatlich alimentierte Politiker  blicken offenbar romantisch in einen Himmel aus dem permanent Steuergelder schneien?

In Wolkenkuckucksheim betreuen Oma und Opa ihre Enkelchen. Oma kann nebenbei auf Staatskosten noch eine Ausbildung zur Putzfrau absolvieren und Opa lernt, wie man eine Waschmaschine repariert. Wenn die Enkelchen 15 Jahre alt sind, müssen sie nämlich wieder ran, sollten sie nicht schon tot sein oder noch nicht 67 Jahre alt. In Wolkenkuckucksheim herrscht selbstverständlich Vollbeschäftigung, ‚gleichberechtigt‘ für alle Männer und Frauen. Dort gibt es auch keine Globalisierung, sondern alle leben artig an einem Ort. So kann Oma mit der S-Bahn, die sich nie verspätet, mindestens 3 Enkelchen bedienen und Opa die anderen drei. Die arbeitslos gewordenen KindergärtnerInnen erhalten eine Weiterbildung im Qualitätsmanagement, damit Oma und Opa auch alles richtig machen: Ernährung, Sport, Musik, soziales Verhalten … usw. Sollten Oma und Opa nicht entsprechend funktionieren, bedeutet das einen Abschlag auf die Rente. Da Oma und Opa fit bleiben durch die Kinder, braucht man auch weniger Altenpfleger. Diese werden auf Staatskosten umgeschult, erlernen Massage oder Psychotherapie, um gestresste Regierungsmitglieder oder Bundestagsangehörige, meist Lehrer in ihrem schwierigen Alltag der allumfassenden Regulierung widerspenstiger Bürger zu unterstützen.

Tja, manchmal könnte man auf die Idee kommen, die politische Kaste in Deutschland leidet unter permanentem Kontrollzwang?

Familienarbeit ist ARBEIT! Eine funktionierende soziale Gemeinschaft hat kein Problem, dies anzuerkennen und entsprechend zu entlohnen! Die Einmischung in die Privatsphäre, wie sie durch solche Bestrebungen stattfindet, ist unverschämt und überflüssig!  Die Reaktion von Frau Schwesig, von der Opposition, ist deshalb auch keine Alternative; sie ist uns Westdeutschen  sozialisationsfremd. Vieles seit der sog. ‚Wende‘, die auch gerne Revolution genannt werden soll, ist nicht ‚umwälzend‘ im Sinne einer Erneuerung, sondern eher degenerierend ‚zurückwerfend‘.

Die Bevormundung und Überheblichkeit von PolitikerInnen gegenüber ihren Mitmenschen, deren Interessen sie eigentlich vertreten sollten, ist unerträglich geworden.

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§ 2 Antworten auf Wolkenkuckucksheim

  • Vallartina sagt:

    Zitat: Natürlich hat der Arbeitgeber ein Einspruchsrecht
    – also, dazu! gibt es noch nicht mal ein fieses Smilie, welches meiner Antwort gerecht würde!!!!

    Zitat: Diese Bundesministerin, inklusive Ihrer sog. Expertenkommission ist scheinbar noch nie realistisch mit dem Funktionieren wirtschaftlicher Ereignisse konfrontiert worden?
    >Volksvertreter und deren absolut irrationaler, realitätsfremder Ansichten, die jedoch aus einem unerfindlichen Grunde der felsenfesten Ansicht sind, die Belange des „Volkes“ zu kennen, scheinen, aber, wie es mir dünkt, sich in Sphären zu bewegen, die Otto-Normalverbraucher nie, wirklich nie, erfliegen, erträumen, erhoffen könnte oder gar jemals wird!
    Wegen dieser Allmighty, todopoderoso, savvy,and what so ever etpp Crême de la Crême habe ich vor knapp 20 Jahren – und damals war sie noch etwas besser als heute!!! – die good old BRD verlassen!
    (Und nie ging es mir persönlich besser als dort, denn dort war ich Unternehmerin)
    Weiter so, Deutschland! Adelante! und mit herzlichem Gruss an Oma und Opa und ¡ätsch! dem verdienten Ruhestand in Würde!

  • ankeberlin sagt:

    Den ‚fiesen Smilie‘ bedurfte es bei diesem Satz doch gar nicht, den konnte man doch auch ungeschrieben lesen, oder? 😉

    Egal wo ich war auf der Welt in vergangenen Jahren, überall habe ich sie getroffen, die Landsleute die Mut und Risiko nicht scheuen, nur in Deutschland scheint es sie nur noch vereinzelt zu geben?

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