Die neue deutsche Freiheit?

24. März 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Wir Deutsche der Nachkriegsgeneration haben ja schon einige Freiheiten erlebt. Man gewöhnt sich schon fast daran, dass man sich immer wieder an eine neue gewöhnen muss.

Ich habe heute unserem neuen Bundespräsidenten zugehört:

  1. „In ‚unserem‘ Land soll es soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschancen geben,
  2. keine Fürsorgepolitik sondern einen Sozialstaat, der versorgt und ermächtigt,
  3. Chancengleichheit für Kinder,
  4. Leistung die sich lohnt und keine Ausgrenzung von Armen, Alten oder Behinderten.
  5. Das Bemühen um Gerechtigkeit ist unerlässlich für die Bewährung von Freiheit“
  6. Wir  sollen nicht die Augen verschliessen vor realen Problemen
  7. Die Distanz der Bürgerinnen und Bürger zu demokratischen Institutionen soll sich verringern
  8. Man soll Vertrauen in sich selbst setzen und nicht Ängste, sondern Mut hervorbringen“

Na dann, fange ich doch gleich mal an mit der

  • ’sozialen Gerechtigkeit , Teilhabe und den Aufstiegschancen für Frauen und Mütter‘. Die Familienarbeit westdeutscher Frauen wurde und wird unter den Teppich gekehrt. Kein Wunder, dass den frisch gekürten Bundespräsidenten Kühlschränke nicht interesssieren.
  • ‚Versorgen und ermächtigen‘  –  was sagt das? Haben Mütter oder Vater kein Recht auf Fürsorge durch die Gesellschaft? In wie viele Stücke sollen sie sich denn zerreißen zwischen Job, Kindern und Alten?
  • Zur ‚Chancengleichheit für Kinder‘ empfehle ich zum Beispiel diese Petition , damit nicht noch mehr Kinder glauben, dass Tomaten im Supermarkt wachsen
  • ‚Leistung die sich lohnt‘? – Familienarbeit erfordert Höchstleistungen. Wo bitte ist der Lohn auf dem Rentenbescheid?
  • ‚Gerechtigkeit unerlässlich für Freiheit‘? Die momentane deutsche Gerechtigkeit behindert Freiheit, weil sie Ost und West nicht realistisch berwertet.
  • ‚Verschlossene Augen vor realen Problemen‘? Auch offene Augen helfen nicht viel weiter in diesem Fiasko
  • ‚Distanz zu demokratischen Institutionen‘? Ist doch kein Wunder solange diese Kanzlerin ‚durchregiert‘!
  • ‚Vertrauen zu sich selbst, keine Angst dafür Mut‘? Danke! Habe ich, in dem ich das hier schreibe! Ganz viele aus meiner Generation trauen sich das gar nicht, sie haben viel zuviel Angst vor dem Internet und Angst vor all‘ diesen unbekannten Repressionen

… diese Angst ist nicht zuletzt durch Menschen erzeugt worden, die sich per 68er Generation in Positionen gespült haben, deren politische Existenz mehr als fragwürdig ist? Immer, wenn ich Herrn Trittin sehe oder lese, denke ich an mein Studium. Einen ganzen Wald an Flugblättern hat er verteilt. Die Statistik-Professorin wollte uns eigentlich ein Skript zur Vorlesung hinterlassen, konnte es aber nicht, weil kein Papier mehr da war, an der universitären Einrichtung. Danke Herr Trittin! Wenigstens konnten wir die Rückseiten für Notizen verwenden, weil es noch keinen doppelseitigen Druck gab.  Die ‚anderen‘ 68er hießen Lehrer, die politisch die Verdrängung gefüttert haben, SPD-Mitglied waren und ansonsten ihre Segelyacht gepflegt haben. Das war durchaus erfolgreich, denn darüber konnte man auch Schulleiter werden und wurde es auch im politischen Norddeutschland.

Lieber Herr Bundespräsident Gauck, ich schätze Ihre Rede, sie war insgesamt eindrucksvoll und beeindruckend, aber in manchen Details war sie doch sehr romantisch orientiert! Das Leben im Westen war nie und ist bis heute keine Schlittenfahrt im Sonnenschein!

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