Auf einen Cappuccino nach Pankow

25. Mai 2012 § 4 Kommentare

Die Vieltalker im deutschen Fernsehen, lassen am Rande bedeutungsvoll anmutender Geschwätzigkeit, so manch‘ interessantes Detail heraus. So erfuhren wir jüngst, dass es im Kanzleramt keinen Cappuccino gäbe, sondern ’nur‘ Filterkaffee aus ‚logistischen Gründen‘. Sie sind schon zu bedauern, die schwerstarbeitenden Politiker. Kein Macciato, kein Verlängerter, kein Café au lait, kein Eiscafé, no Coffee, no Espresso … ? Oder sind sie am Ende selbst Schuld, dass ihnen die kleinen Genüsse zwischendurch abhanden kommen?

Mir tun auf jeden Fall die Touristen leid, die bei ihren Besichtigungstouren durch den Machtbereich des Regierungsviertels, fast dehydrieren bzw. ermattet auf die Bänke fallen, um ihre Picknick-Box hervor zu kramen. Ich habe nix gegen Picknick, im Gegenteil es kann sogar ein kleiner Event daraus entstehen, je nachdem wie viel Zeit und Mühe man in die Vorbereitung steckt. Als Hotelgast hat man meistens nicht die Möglichkeiten …

Geniales Wetter in Berlin, Pfingsten naht und die Stadt füllt sich zusehends. Aber wer Reichstagsgebäude, Abgeordnetenhäuser und/oder Kanzleramt besichtigen will, dem ist geraten, sich vorher und nachher gut zu verpflegen. Keine Cafés, keine Restaurants, keine Gaststätten – nur von außen zu besichtigende  Kantinen, in denen die Politdiener und ihre Vorgesetzten, Mettbrötchen und sonstige Lukullereien verspeisen. Dabei war das alles mal ganz anders gedacht, wie man kürzlich durch die Tagespresse erfahren konnte.

Für Politiker gibt es wenigstens Filterkaffee im Kanzleramt, sie geben sich mal wieder offiziell genügsam. Wer aber gerne mal einen Cappuccino trinken möchte und vom ‚Hui-Pfui‘-Faktor die Nase voll hat, der zeigt dieser Szenerie die kalte Schulter und radelt nach Pankow

… durchquert den Wedding, hier mit wunderschönen Grünanlagen ausgestattet. Findet uralte Gebäude, die ziemlich viel überlebt haben und immer noch stehen, genießt gedämmten Großstadtlärm und wechselhafte Eindrücke …

… im Schlosspark Niederschönhausen findet jedes Herz, was es begehrt, den Macciato genauso wie die Bratwurst, den Kuchen oder ein zischendes Radler. Strandkörbe, Sessel, Bänke, Stühle

… unterwegs kann man auch wunderbar im Gasthaus Mirabelle verweilen, hier sind Menschen und Preise interessant normal. Es gibt sogar viele Kinder hier. Dreiräder und Laufrädchen sind mir im Regierungsviertel noch nicht wirklich wahrnehmbar begegnet  … ?

Solange also die Kneipen im Regierungsviertel unplanmäßig von Politikern occupiert werden, müssen wir Bürger unsere Ausweichmöglichkeiten nutzen. Pankow ist sehenswert: wunderschöne alte und neue Häuser, viel Grün, angenehme Ruhezonen und Aktivbereiche. Wenn wundert es da noch, das ausgerechnet einem, der dort lebt, auffällt daß es im Kanzleramt ’nur‘ Filterkaffee gibt?

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