Back to the roots …

30. Dezember 2012 § 3 Kommentare

Neujahr 2013

… soweit sollte es eigentlich mit den ‚Stadtfluchten‘ nicht führen 😉

Manchmal lassen Ereignisse auf sich warten und manchmal ergeben sie sich schneller als man denkt. Ich bin nach Dekaden in der Fremde wieder in die Bergheimat zurückgekehrt. Drei Jahre Berlin haben mir viel erklärt. Nun werde ich nicht mehr täglich, oft oder dauernd dort sein, aber schon hin und wieder – ein wenig Gast, ein wenig Arbeit. Deshalb werde ich auch dieses Blog so schnell nicht schließen. Trotzdem verdient der neue Lebensabschnitt ein eigenes Blog und das gibt es auch schon

atelieravp.wordpress.com

Noch sind nicht alle Pinsel und Farben ausgepackt und das neue Leben in alten Gefilden nimmt mich voll in  Anspruch, doch so langsam bekomme ich Sehnsucht nach Leinwand und Farbe. Es geht weiter, anders … bin selbst gespannt 🙂

Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Start ins neue Jahr 2013 und bedanke mich für Treue und die vielen netten Kommentare.

10. Open Air Gallery – Berlin Oberbaumbrücke

7. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Marie Auguste lebte bis 1901 in Berlin am Schlesischen Tor

Eigentlich war dieses Bild vorverurteilt, indem es nie veröffentlicht werden sollte. Eine Malerei am Rande der Atelier-Arbeit, eine ganz persönliche Auseinandersetzung zwischen mir und Berlin. Ich lebe seit 3 Jahren in dieser Stadt und versuche seit 3 Jahren, sie zu verstehen. Es gelingt mir nicht wirklich! Marie Auguste war meine Urgroßmutter – und hier beginnt, die für mich spannende Geschichte.

Marie Auguste wurde in der Niederlausitz geboren, in Zschornegosda. Das kennt kein Mensch (denkt man) und hört sich unglaublich ausländisch an. Es ist ein Teil der heutigen Stadt Schwarzheide. Ihr Vater war Lehrer und verstarb früh in Möbiskruge (heute Neuzelle). Sie war 13 Jahre alt und zog mit der Mutter zum Bruder nach Berlin. Eine Rente für Hinterbliebene gab es damals noch nicht. Ihr Bruder war Rektor an der Gemeindeschule am Schlesischen Tor (heute Kita) und somit war das ihr Wohnsitz bis zur Verheiratung 1884. Wer weiß, vielleicht spielte sie eine Rolle in Fontanes ‚Jenny Treibel‘ ? 😉 Ich habe diese Lektüre jedenfalls aufmerksam genossen 🙂

Am Schlesischen Tor haben sich meine Ahnen getroffen, ohne diese Kombination gäbe es mich nicht so wie ich bin, das ist spannend und zieht mich magisch an … deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, dass ich an der 10. Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke teilnehmen durfte. Hier lebte nicht nur Marie Auguste, sondern auch ihre ganze Familie, im Haus gegenüber – da, wo man heute Pizza usw. kauft. Korrespondenz mit voller Adresse, hat zwei Weltkriege überstanden … unglaublich, wenn ich mit diesem Wissen durch die Strassen dort streife. Ihre Familie war erst nach dem 2. Weltkrieg für uns verloren, durch einen Umzug nach Friedrichshain – niemand weiß wohin …

Unglaublich, wenn ich Gentrifizierungs-Diskussionen lese. Unglaublich für mich selbst, wenn ich mich mal wieder als zugezogene Bayrische aus dem Schwabenland wiederfinde … 😉

Natürlich hatte ich dieses Bild mit auf der Brücke – meine Hommage an meine Urgroßmutter! Aber ich hatte nicht wirklich erwartet, so oft darauf angesprochen zu werden. Zeigt es doch auch mein ganz eigenes Chaos im Verständnis dieser Stadt. Diese Stadt ist spannend, aufregend und hyperaktiv, aber auch langweilig und kleinkariert – und sie war es offensichtlich auch schon zu Zeiten der ‚Trockenwohner‘, denn so oft wie dieser Teil meiner Familienahnen umgezogen ist, im Gräfekiez könnte sich das heute kaum einer leisten.

Marie Auguste hat mir viel erklärt in Berlin, obwohl ich sie nie persönlich kennenlernte. Meine alpenländische Sozialisation gibt mir die Möglichkeit differenziert auf Berlin zu blicken – es bleibt spannend! Aber auch meine Zeit in Berlin ist begrenzt und somit war es wirklich schön, an diesem Event teilzunehmen. Wir hatten alles auf der Brücke: Sonne, Regen, Wind und wieder Sonne und bei allem viel Spass!  Vielen Dank an die Veranstalter, es war alles wirklich toll organisiert! Vielen Dank auch an alle aktiven ‚Neuberliner‘ die geholfen haben, aus Hamburg, Mexico, Kroatien und Westdeutschland. Vielen Dank an alle ‚Motivationstrainer‘ aus dem Alpenland, Mexico, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und London. Ich war zwar platt wie eine Flunder nach so einem Tag, weil gar nicht mehr gewohnt – aber es hat sich gelohnt! 🙂

10. Open Air Gallery Berlin

24. Juli 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Internationale Kunstausstellung

Malerei Grafik Skulptur Fotografie

www.openairgallery.de

Ohne Titel

15. Juli 2012 § 2 Kommentare

Mein Beitrag zur aktuell stattfindenden Politik und Krise

Euro-D-Day in Berlin

30. Juni 2012 § Ein Kommentar

Ausgerechnet am sog. Euro-D-Day machen wir uns auf den Weg nach Kreuzberg, zum Bergmannstrassenfest, um der netten Einladung einer Jazz-Radio-Moderatorin zu folgen. Am Reichstagsgebäude legten wir die erste ungeplante Pause ein. Was braute sich da denn zusammen? Wir waren neugierig

Wir solidarisierten uns ein Weilchen, mussten dann aber weiter. Schade, denn es sprachen doch einige Bundestagsabgeordnete, deren Meinung gesprochen außerhalb des Plenarsaals, sicherlich interessant gewesen wäre. Leider berichtet die deutsche Presse – mal wieder – mager über diesen Event?

Das Bergmannstrassenfest wurde seinem Ruf mal wieder gerecht. 🙂 Viele Bühnen, viel gute Musik und interessante Verkaufsstände mit einem Flair rund um die Welt. Der Sommer ist inzwischen auch eingetroffen in Berlin, allerdings gleich kräftig. Bei drückender Schwüle machten wir uns auf den Rückweg, denn irgendwo am nördlichen Himmel zogen mächtige Gewitter auf. Wir traten kräftig die Pedale, um wenigstens noch den rettenden Biergarten zu erreichen, und siehe da:

Die Demo vor dem Reichstagsgebäude hatte sich aufgelöst, dafür ‚verstopften‘ gefühlte 250 Edelkarossen in schwarz und braun, hochglanzpoliert die Gegend zwischen Reichstagsgebäude, Kanzleramt und Abgeordnetenhaus. Die politische Fahrbereitschaft hatte offensichtlich Dienst bis zum letzten Mann? Parlamentarische Sommerpause steht an, natürlich wollten die schwer arbeitenden Abgeordneten nachhause. Stattdessen mussten sie noch abstimmen. Den Bundesrat hat es noch schlimmer getroffen, der war danach dran – deshalb flanierte uns wohl, ohne Hast und Eile, Herr Beck am Potsdamer Platz entgegen? Heute lese ich, dass etliche trotz Mega-Auflauf an Limousinen, ihre Flugzeuge verpasst haben. Das war schon ein eindrucksvoller Anblick – sah ein bisschen aus, wie die Halde einer KFZ-Fabrik im Schwäbischen. Mich wundert es auch nicht mehr, dass der schwäbische Luxusautobauer letztes Jahr in Berlin die höchste Zulassungszahl hatte. Mich wundert nur, dass der allgemeine Strassenverkehr hier eher von Schrottkisten dominiert wird.

Wir erreichten den Biergarten rechtzeitig und beim Zusammenrücken unter den Schirmen, als dann der Regen auf uns nieder prasselte, konnte ich feststellen, dass das ‚Theater‘ im Regierungsviertel auch andere faszinierte – nicht unbedingt positiv, soviel kann erwähnt werden.

Bonsoir!

15. Mai 2012 § 5 Kommentare

Die deutsche Bundeskanzlerin trägt ihre ‚Einfachheit‘ gerne vor sich her, wie andere Leute ein Silbertablett. Keine High-Heels, keine Brillanten, keinen Ozelot am Kragen. Sozialistisch bescheiden, einfach und wenig anspruchsvoll. Die sich aufopfernde ‚Mutti‘ für alle Geplagten … die ‚Unangreifbare‘, die ‚Übermutter‘ europäischer Politik? Sogar der neu gewählte französische Staatspräsident sprintet, kaum dass er alle Insignien erhalten hat, nach Berlin um hier seine Aufwartung zu machen? Warum? Hätte das nicht noch ein bisschen Zeit gehabt? Ist Frau Merkel wirklich so wichtig für Europa oder wird sie durch solche Aktionen nur wichtig gemacht?

Ich bin noch nicht ganz einen Tag wieder in Berlin, radle heute meinen gewohnten Weg und bremse weit vor der roten Ampel mein Fahrrad, weil da was steht, was ich nicht verstehe

ein Schild, welches auf das Kanzleramt hinweist. An einer Stelle, die ich auch nicht verstehe, nämlich versteckt am Rande, der Schweizer Botschaft die Stirn bietend? Ein nobles Teil, Glas und Edelstahl, glänzend pflegeintensiv, im fast Verborgenen. Die Schweizer wissen jetzt auch endlich, wo das Kanzleramt in Berlin steht! Da muss ja mächtig was übrig sein in der Kasse des Kanzleramtes, dass man für solchen Schnickschnack noch Geld hat. Wie viele Kita-Plätze man dafür wohl finanzieren könnte?

Sowenig sich die Kanzlerin selbst schmückt, so gerne schmückt sie mehr und mehr ihre Macht. Heute wurden, mal wieder die roten Kordeln gespannt und der Vorgarten geputzt. Bonsoir, ‚Monsieur le president‘! Lassen Sie sich nicht blenden. Wenige Meter um’s Eck liegen Menschen im Dreck, man ‚räumt‘ sie auch ganz gern weg, wenn Staatsbesuch angesagt ist …

Mai Berlin

1. Mai 2012 § Ein Kommentar

Nein! Wir hatten heute keine Lust, zu sehen wie ca. 15 000 zu erwartende Demonstranten von ca. 7000 Polizisten in Schach gehalten werden. Deshalb suchten wir per Radl andere Orte in Berlin

An jeder Ecke Polizei in Mannschaftswagen, Kolonnen an Polizeiautos …

… wir sind sog. ‚Mitte-Bewohner‘, wir waren auf der Flucht …

genossen die Idylle ohne Blaulicht und Martinshorn

Vergiß’mai’nicht

… ob der Frieden, den Berlin verkündet wirklich friedlich war? Die unzähligen Talkshows werden es uns verkünden, wenn wir dann noch zuhören? Im Moment höre ich noch das ständige ‚Tatütata‘, aber jetzt geht’s ab ins Bett, weil morgen nach Bayern 🙂

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