Dem Frost entkommen

11. Februar 2012 § 4 Kommentare

Der liebste Ehemann von allen hat mich mitsamt meinem Daunenmantel bei eisigen Temperaturen zum Flughafen gebracht, damit ich keine Frostbeulen auf dem Weg dorthin bekomme. Im Terminal dann schnell in die Jacke geschlüpft, der Daunenmantel fuhr wieder zurück nach Moabit. Ab mit dem Flieger in die Wärme – dachte ich …

Schon auf der Gangway des Zubringer-Flugzeuges drohten wir fest zu frieren, weil es immer welche gibt, besonders in den vorderen Reihen, die gefühlte Ewigkeiten brauchten, um sich für einen kurzen Flug, auf ihrem Sitz auszubreiten.Sie halten damit das ganze Boarding auf und merken es nicht … ist halt so, aber nicht sehr nett, wenn noch viele draußen im Frost stehen. Und somit schoss mir dann auch die berühmte Hexe in den Rücken, als ich mein Handgebäck im Overhead verstauen wollte. Das ist besonders nett, wenn man noch 13 Stunden Flug vor sich hat.

Nach meinen schlechten Erfahrungen mit Deutschlands größter Fluggesellschaft auf dieser Strecke, bin ich doch wieder gerne mit der Fluglinie des europäischen Nachbarn geflogen. Mein Rücken hat mich geplagt, aber es ist nett an Bord der türkisblauen, besonders sympathisch ist, dass es wenig Hirarchie-Gebambel gibt.

Etwas K.O. kam ich dann hier an und merke auch jetzt noch den Jetlag, aber das liegt wohl auch an dem schlechten Wetter hier. 10 Grad und Regen, das sind die Leute hier nicht gewohnt, zumindest nicht so am Stück. Außerdem gibt es ja normalerweise keine Heizung. Glücklich wer eine hat . Diese außerplanmäßige Regenzeit ist nicht gemütlich. Es kann nur noch besser werden. Zu tun gibt es genug, da stört mich der Regen im Moment nicht wirklich. Es tut ganz gut, nicht nur dem Frost entkommen zu sein, sondern auch den ganzen Politskandalen und – skandälchen und der Berlinale, die ja nun auch bestreikt wird … wen wunderts?

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Zettl und das Paralleluniversum

7. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Helmut Dietl hat vollkommen recht, in dem er in irgendeinem Interview antwortete, dass Berlin eigentlich noch viel schlimmer sei, als die von ihm gebotene Film-Satire. Das hat sehr viel mit dem sog. Paralleluniversum zu tun. Berlin ist nämlich nicht gleich Berlin und außerhalb der Sitzungswochen des Deutschen Bundestages, hat es ja manchmal auch etwas anheimelnd Angenehmes. Selbst ich, als bayrisch influenced person, kann mich hier und dort damit arrangieren, aber ich kann natürlich auch aus vollem Herzen lachen bei einem Film wie ‚Zettl – unschlagbar charakterlos‚ – das fällt anderen dann nicht so leicht, wenn man die inhaltslos unkomischen Filmkritiken so liest.

In den Suburbs von Berlin ist das Leben entweder beschaulich oder aber wirklich aufregend phantastisch, innerhalb der Grenzen des Paralleluniversums ist es allerdings ziemlich dröge und langweilig, kann man schon verstehen dass ‚die da‘ auch mal was erleben wollen, wollen , wollen  … Bonn wäre die bessere Hauptstadt gewesen, überschaubarer für den Politkult, bescheidener als Vorlage.

Ich mach‘ mich dann mal weg in mein ganz persönliches Paralleluniversum und freue mich auf die Zeit ohne den Politzirkus vor der Haustür. 🙂

Big Bubble II

7. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

In Berlin war ja schon vor 300 Jahren was los, da war ich noch nicht hier. Aber heute, am 6.Februar 2012, war ich hier und hatte eine Art unbeteiligtes Schleudertrauma.

15:8 – aus Langeweile bzw. um nicht zu erfrieren habe ich mitgezählt. 15 Polizeiautos (vielleicht waren es sogar noch mehr, ich kam erst später in den Stau) und 8 Limousinen. Pünktlich, wie deutsche Beamte nun mal sind, durchpflügte der Konvoi des halben Kabinetts der Bundesregierung, inklusive Bundeskanzlerin, Berlin mitten im Berufsverkehr. Wenn die Damen und Herren Politiker ihren Feierabend anstreben, dann steht jedes Auto, jeder Fussgänger jede Beweglichkeit still. Bei minus-zweistelliger Außentemperatur ein fast sibirisches Erlebnis.

Sie kamen aus Paris, um dort Griechenland zu retten oder Wahlkampfhilfe zu leisten – so richtig weiß man das ja nicht genau, weil die Bundeskanzlerin in ihrer Funktion als solche unterwegs war, aber auch als Freundin des französischen Präsidenten? Letztgenannter hat offensichtlich eine große Liebe zu unserer Regierungschefin entdeckt? Klingt romantisch, ist es aber nicht wenn man frierend an der Kreuzung hängt.

In Frankreich hat man die Pressekonferenz der Grosskopferten aus Versehen in deutsch ausgestrahlt und so konnten die Franzosen doch tatsächlich ihren Präsidenten auch mal übersetzt zuhören, wie ich über eine Blogger-Kollegin in Frankreich erfuhr. Der zuständige Programmdirektor tut mir jetzt schon leid, aber das war ja wohl ein Knaller …

Diesen ganzen desaströsen Ereignissen kann man einfach nur entkommen, indem man ins Kino geht: ‚ZETTL – unschlagbar charakterlos‘. Jo mei! 😉 Der ganze Politsumpf, so abgehoben dargestellt ist natürlich kein Vergleich zu ‚Kir Royal‘ – der Müncher Bussi-Gesellschaft. Aber trotzdem gerade unter Merkel soviel gebusselt wird, wie sonst nie in der ‚großen‘ Politik, passt dieser ganze unwirkliche Mist, den Helmut Dietl und Benjamin Stuckrad-Barre sich da ausgedacht haben, ganz hervorragend. Man mag es nicht glauben, aber das politische Berlin ist so! Das künstliche Paralleluniversum, welches sich inmitten einer Stadt aufbläht, wie eine unerwünschte Warze. Ich hab‘ jedenfalls soviel gelacht wie schon lange nicht mehr an einem Tag … dabei ist das Ganze eigentlich unglaublich traurig …

Das Moor im Lichtblick

11. Januar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

 

„Ich bin der Stadt und des Kochens und der Menschen und dieser tausend Rücksichten müde und sehne mich nach Freiheit, nach Luft und nach Menschen und sehne mich nach Dir.“ schrieb Paula Becker am 8. Februar 1901 in ihr Tagebuch in Berlin. Reiste bald darauf zurück nach Worpswede, um Otto Modersohn zu heiraten.

 

Ab 4. Februar 2011 zu sehen im Lichtblick-Kino

Heisse Schokolade

10. Januar 2011 § Ein Kommentar

Berlinale 2010 – Nachdem wir uns über Eis und Schnee zum Potsdamer Platz vorgekämpft hatten, war eine ‚Tote Tante“ fällig. So wird sie dort serviert siehe pix. Damals ging mir mal wieder, wie immer wenn ich ‚Heisse Schokolade‘ sehe, rieche oder genieße, eine Szenerie aus den 70iger Jahren durch den Kopf:

Oberstufe, ich sitze im Bus zur Schule, entnervt und gestresst, weil viel zu früh. Oft genug versank ich in mein Schicksal, nicht aber wenn Lady K. an Bord war! Lady K. war Tochter professioneller Schauspieler und beherrschte die Kunst der Illusion ganz ungelernt. Ein paar Haltestellen durfte ich noch dämmern, aber dann fing es an, ganz leise, fast flüsternd: Stell Dir vor, eine heisse Schokolade, mit viel Schlagsahne die sich auftürmt wie Wolken über der Tasse, darunter quält sich kraftvoll wie bei einem Vulkan die Schokolade hervor, quillt über den Rand, gesättigt von Vollmilch und Sahne, schlägt Bläschen wie sprudelnde Lava …

Nein! Ich gehe heute zur Schule, ich schreibe die verdammte Mathe-Arbeit, ertrage alle Streber inklusive vereulte Lehrer!

… die Sahne schmilzt langsam über den Rand, sie ergibt sich der wild sprudelnden Lava unter dem Einfluss der fettigen Sahne, der Symbiose des Geschmackes, der im Wohlfühltheater des Café Knigge zum ungezügelten Genuss führt…

Verdammt! Ich sitze schon wieder im Café Knigge ergötze mich am Vulkan meiner heissen Schokolade und hab‘ mal wieder die Schule geschwänzt …

Man oh man, wie oft ist es mir so ergangen? 😉

Heute habe ich Lady K., mit der ich nie die Schulbank teilte, nur die Busbank und eine lockere familiäre Bekanntschaft, ganz zufällig im Netz gefunden. Whow! 🙂

Herr Götz George, deutsche TV-Bürger nennen ihn auch Schimanski, ist drauf und dran doch noch einen Film zu drehen und zwar gedenkt er seinen Vater darzustellen in einer filmischen Dokumentation. Heinrich George war ein beeindruckender Schauspieler, ich glaube sogar mit Leib und Seele, und genau deshalb kam er wahrscheinlich auch etwas in Verlegenheit mit seiner eigenen politischen Wankelmütigkeit. Nun, es war schwierig genug in diesen Zeiten.  Heinrich George hat den Schinderhannes interpretiert und nach ihm Hans Dieter Zeidler, der anders aber nicht weniger eindrucksvoll diese Rolle verkörperte.

Tja, und so kommt man ganz ungeplant über den Drehbuchautor, Brecht und div. Recherche auf einen Namen, der einen an ‚Heisse Schokolade‘ erinnert … 😉

Berliner Zombies in Wien

2. September 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Als der winterliche Sommer hier in Berlin noch nicht ganz so kalt war, war ich im Sommerkino im Kulturforum und habe mir den Film Rammbock angesehen. Ein geschockter Wiener erlebt Berliner Zombies.

⇑Kulturforum

Original Drehort⇒

Wer keine Lust mehr auf Berliner Kälte hat, oder sowieso in Wien ist, an diesem Wochenende kann sich warm tanzen beim Zombie Flashmob

Für’s passende Outfit gibt es ein

Kunstblutrezept

Zombies gehören eigentlich nicht zu meinem Kinorepertoire, aber dieser Film ist Klasse – und man sieht Berlin auch mal von einer anderen Seite …

Wo bin ich?

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