Crazy Day

17. Dezember 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Gestern ‚Furcht und Elend des dritten Reiches‚ im Berliner Ensemble gesehen. Klasse Theaterstück, eindrucksvoll interpretiert. Schöner Abend, sogar die S-Bahn fuhr. Einzig mein Stiefel hat gezwickt.

Heute deshalb in Halbschuhen losgezogen und eiskalte Füsse gehabt. Nun muss ich mir was einfallen lassen, wie ich den gesundenden Fuss durch den Winter bringe.

Die Nachrichtenlage ist schon seit Tagen zum Abgewöhnen, das politische Treibhaus in Berlin heizt sich immer mehr auf, dabei hat es doch gestern schon geschneitgeregnet. Die vermasseln uns noch die romantische ‚weiße Weihnacht‘ in diesem Jahr, denn die erhitzten Gemüter scheint die Klimaerwärmung hier besonders zu fördern. Egal wo man hinliest, alles desaströs.

Zeit für gute Musik, Zeit für Desney Bailey 🙂 Was man alles so beim Fisch-Essen in Moabit entdeckt …

Einfach kompliziert

14. Juni 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

… brillierte Gert Voss im gleichnamigen Stück des Berliner Ensemble. Die Wiener Theaterbrise war auch an der Spree zu spüren und Thomas Bernhards Mono- und Dialoge brachten die Leute zum Lachen und zum Weinen. Ein bisschen anstrengen musste man sich schon, um das Infantile und Skurrile des Alters zu entdecken. Letztendlich sind wir umgeben davon im Alltag, jeden Tag und werden, wenn wir Glück haben irgendwann selbst dort landen.

Sehr schön war auch, danach bei sommerlichen Temperaturen, die Szenerie am Schiffbauerdamm zu genießen um nächtens nachhause zu radeln. Ich genieße immer wieder die Lichter über der Spree, zwischen den Regierungsgebäuden und vor allem diese unglaubliche Ruhe dort, um diese Zeit. Keine schlecht sitzenden Anzüge oder Kostüme stressen mobiltelefonierend vor TV-Kameras  umher, die Fahrbereitschaften verstopfen nicht die Auffahrt vor dem Abgeordnetenhaus, die Sicherheitszelte wirken wie eine Kleingarten-Kolonie vor dem Reichstagsgebäude und selbst, die ständig Dienst habenden Polizisten, scheinen sich im Halbdunkel zurück zu halten. Alles ist bzw. wirkt unglaublich friedlich um diese Zeit.

Den Kopf noch voll von Mono- und fast nicht stattfindenden Dialogen, führte unser Weg an der Installation der US-amerikanischen Künstlerin Jenny Holzer vorbei: eine Stele mit LED-Leuchtband, im Nordportal des Reichstagsgebäudes

Alle Reden und Zwischenrufe der Abgeordneten seit 1871 sollen dort wiedergegeben werden, wenn man dem Willen der Künstlerin nachgekommen ist!? Bis 1992 wurden sie eingespielt, wer den Rest überprüft, who knows … ? Es ist aber kaum vorstellbar, dass der Deutsche Bundestag seinen vertraglichen Pflichten nicht nachkommt, deshalb können wir annehmen dass wir alles lesen können, wenn wir denn die Zeit haben und es wollen … 😉 Ein ‚Programm‘ wäre nicht schlecht, dann könnte man z.B. mal extra hingehen – zu Herbert Wehner vielleicht? Jedenfalls hat man ihn kompliziert einfach verstanden, wenn man sich die Mühe gemacht hat. Selbstverständlich geht es hier nicht um Meinungsbildung, deshalb verkneife ich mir auch eine Bewertung, denn Franz Josef Strauss wäre sicherlich auch eine publikumsstarke Nummer.

Auf jeden Fall brauchen Politiker offensichtlich mehr als ein Jahrhundert, um weniger als das Mindeste dessen auszudrücken, was unter der Leitung von Claus Peymann im Theater in 2 Stunden möglich ist.

Das Salz in der Suppe …

21. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

… Berlins, sind die kleinen Theater …

Otto Reutter Abend in der Kneifzange

Peter Frankenfeld tritt nicht auf – klar! Dafür gibt’s es ein kleines ‚Zeitle‘ im Berlin der 1920iger Jahre

Köstlich! 🙂 und durchaus aktuell 😉

Gute Nachrichten aus Berlin

18. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Man möchte es kaum glauben, aber es gibt sie: Ich kann wieder Radl fahren, hab‘ endlich Karten für die ‚Dreigroschenoper‘ im Berliner Ensemble ergattert, die Strandbar am Spreebogen wird aufgebaut, der Bio-Laden in angenehm erreichbarer Nähe ist eröffnet, das Bio-Suppenhuhn schmurgelt im Topf und das Wochenende beginnt … das Leben im Exil ist momentan erträglich 😀

Flashmob am Hauptbahnhof Berlin

9. März 2011 § Ein Kommentar

 

Hintergrund: Die Premiere von „OZ – The Wonderful Wizard

Schade, dass ich nicht zufällig dort war …

Eine gute Partie

19. Januar 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

1892 veröffentlichte Theodor Fontane seinen satirisch-humorvollen Gesellschaftsroman Frau Jenny Treibel – oder Wo sich Herz zum Herzen find’t. Er entlarvte darin die egoistischen Intrigen der bürgerlichen Lebenswelt. In Folge der Industrialisierung traten Geld, Macht und Wissenschaft in einen Konkurrenzkampf, der die bis dahin existierenden Gesellschaftsstrukturen, in Unsicherheiten stürzte. Fontane, als brilliant journalistischer Zeitgenosse, greift diese Thematik am Beispiel einer Familie auf und hinterlässt ganz nebenbei viele Erkenntnisse, die auch heute noch Gültigkeit haben.

 

Die Inszenierung von Kay Wuschek implementiert die Geschichte des Romans in die Gegenwart, fokussiert die Zeit der Wirtschaftskrisen und unsicheren Arbeitsverhältnisse, aber auch den unverhohlenen Wunsch nach Luxus und stellt die uralte Frage in den Raum: Macht Geld glücklich? In Zeiten sich auflösender Familienstrukturen, deren Freiheiten und Risiken Ulrich Beck* in zahlreichen Schriften ausführlich und eindrucksvoll beschrieben hat, ist dieses Theaterstück hoch aktuell. So verwundert es mich auch nicht, dass die Vorstellungen immer noch ausgebucht sind und vornehmlich von jungen Menschen besucht werden. Die Resonanz in den Rängen zeigte deutlich, wie sehr das Stück den Nerv einer Jugend trifft, die sich nach Romantik sehnt. Eine gute Partie werden diejenigen machen, die ihrem Lebensentwurf die Diskussion der Zufriedenheit erlauben.

Es war ein schöner Abend, an dem wir ganz nebenbei ein wunderschönes kleines Theater im Osten der Stadt entdeckten: Das Theater an der Parkaue

 

 

* Literatur Ulrich Beck: Kinder der Freiheit, Riskante Freiheiten, Risikogesellschaft

Fontane wählte als Ort der Handlung die Gegend rund um das Schlesische Tor und gab seinen Protagonisten einen real historischen Hintergrund. Auch für Nicht-Berliner interessant, die hinter der heute quirrligen Szenerie, eines der historischen Zentren der Industrialisierung entdecken wollen.

 

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