10. Open Air Gallery – Berlin Oberbaumbrücke

7. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Marie Auguste lebte bis 1901 in Berlin am Schlesischen Tor

Eigentlich war dieses Bild vorverurteilt, indem es nie veröffentlicht werden sollte. Eine Malerei am Rande der Atelier-Arbeit, eine ganz persönliche Auseinandersetzung zwischen mir und Berlin. Ich lebe seit 3 Jahren in dieser Stadt und versuche seit 3 Jahren, sie zu verstehen. Es gelingt mir nicht wirklich! Marie Auguste war meine Urgroßmutter – und hier beginnt, die für mich spannende Geschichte.

Marie Auguste wurde in der Niederlausitz geboren, in Zschornegosda. Das kennt kein Mensch (denkt man) und hört sich unglaublich ausländisch an. Es ist ein Teil der heutigen Stadt Schwarzheide. Ihr Vater war Lehrer und verstarb früh in Möbiskruge (heute Neuzelle). Sie war 13 Jahre alt und zog mit der Mutter zum Bruder nach Berlin. Eine Rente für Hinterbliebene gab es damals noch nicht. Ihr Bruder war Rektor an der Gemeindeschule am Schlesischen Tor (heute Kita) und somit war das ihr Wohnsitz bis zur Verheiratung 1884. Wer weiß, vielleicht spielte sie eine Rolle in Fontanes ‚Jenny Treibel‘ ? 😉 Ich habe diese Lektüre jedenfalls aufmerksam genossen 🙂

Am Schlesischen Tor haben sich meine Ahnen getroffen, ohne diese Kombination gäbe es mich nicht so wie ich bin, das ist spannend und zieht mich magisch an … deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, dass ich an der 10. Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke teilnehmen durfte. Hier lebte nicht nur Marie Auguste, sondern auch ihre ganze Familie, im Haus gegenüber – da, wo man heute Pizza usw. kauft. Korrespondenz mit voller Adresse, hat zwei Weltkriege überstanden … unglaublich, wenn ich mit diesem Wissen durch die Strassen dort streife. Ihre Familie war erst nach dem 2. Weltkrieg für uns verloren, durch einen Umzug nach Friedrichshain – niemand weiß wohin …

Unglaublich, wenn ich Gentrifizierungs-Diskussionen lese. Unglaublich für mich selbst, wenn ich mich mal wieder als zugezogene Bayrische aus dem Schwabenland wiederfinde … 😉

Natürlich hatte ich dieses Bild mit auf der Brücke – meine Hommage an meine Urgroßmutter! Aber ich hatte nicht wirklich erwartet, so oft darauf angesprochen zu werden. Zeigt es doch auch mein ganz eigenes Chaos im Verständnis dieser Stadt. Diese Stadt ist spannend, aufregend und hyperaktiv, aber auch langweilig und kleinkariert – und sie war es offensichtlich auch schon zu Zeiten der ‚Trockenwohner‘, denn so oft wie dieser Teil meiner Familienahnen umgezogen ist, im Gräfekiez könnte sich das heute kaum einer leisten.

Marie Auguste hat mir viel erklärt in Berlin, obwohl ich sie nie persönlich kennenlernte. Meine alpenländische Sozialisation gibt mir die Möglichkeit differenziert auf Berlin zu blicken – es bleibt spannend! Aber auch meine Zeit in Berlin ist begrenzt und somit war es wirklich schön, an diesem Event teilzunehmen. Wir hatten alles auf der Brücke: Sonne, Regen, Wind und wieder Sonne und bei allem viel Spass!  Vielen Dank an die Veranstalter, es war alles wirklich toll organisiert! Vielen Dank auch an alle aktiven ‚Neuberliner‘ die geholfen haben, aus Hamburg, Mexico, Kroatien und Westdeutschland. Vielen Dank an alle ‚Motivationstrainer‘ aus dem Alpenland, Mexico, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und London. Ich war zwar platt wie eine Flunder nach so einem Tag, weil gar nicht mehr gewohnt – aber es hat sich gelohnt! 🙂

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Trauer

6. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

J’arrive

Wie auf Watte …

12. Dezember 2011 § 3 Kommentare

… laufe ich gerade durch die Welt! 🙂 Ich habe ein Jahr lang mein Bein, meinen Fuss vermisst … und nun gehört alles wieder zu mir! Das ist einfach wunderbar! 🙂

Diagnose: Weber-B-Fraktur! Da hat man nicht viel Zeit zum Überlegen, keine Zeit für Esoterik oder sonstige Spielchen, da gibt’s nur noch Pragmatik und das Glück wissenschaftlicher Erkenntnisse! Es ist schon ein ziemlich einschneidendes Erlebnis, nicht mehr STEHEN und GEHEN zu können …

… von einem Tag auf den anderen verändert sich das Leben. Projekte, Arbeit, Reisen, Urlaub, Familie, Spontanität – alles unterliegt einem einzigen Diktat: dem Fuss, der entweder funktioniert oder nicht funktioniert, der einen ständig entschleunigt. Verdammt!

Vor ein paar Tagen habe ich der helfenden Stütze in meinem Bein die Gelegenheit gegeben, sich entweder der Schrottverwertung oder dem Altmetall-Handel hinzugeben. Seit dem gehe ich wie auf Watte – überglücklich! 🙂

Ich danke meinem Operateur, der mir das Dings ‚eingepflanzt‘ hat und es jetzt auch wieder heraus befördert hat, seiner pragmatischen Sicht auf das Ganze. Und ich danke meinem Sohn, der mich ähnlich pragmatisch begleitet hat. Ohne diese Pragmatik hätte ich das wohl weniger gut überstanden. Der politisch initiiert bürokratische Krankenkassen-Schmarrn allein, lässt einem nämlich den Glauben an die Gesundheit verlieren, wenn man ihn ernst nimmt.

Die Model-Karriere im herkömmlichen Sinne ist natürlich hin, aber ‚a weng Skifoarn‘ oder den balletös ’sterbenden Schwan‘ in kurzer Position könnte ich mir noch vorstellen 😉

Tja, noch ein bisschen Couch-Potatoe, Verbandswechsel, Fäden ziehen, Weihnachten und Co. und das Leben fängt wieder los! Juhu 🙂

Feetbook

10. November 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Diesen Beitrag widme ich meiner unglaublich geduldigen Physiotherapeutin, die nie die Hoffnung aufgab und mich wunderbar motivierte, das nun vergangene Jahr mit ‚meinem Stock im Bein‘ durchzuhalten. Danke! 🙂

Fast fünf Wochen habe ich mexikanische Stadt-Wanderwege (s.o.) bewältigt, nicht immer ganz problemlos, das gebe zu. Zwei Tage vor meiner Abreise bin ich dann doch noch in das Loch im Gully-Deckel getappt, aber es ist gut ausgegangen 🙂

Facebook ist bei mir aus diesem Grunde nicht so ganz ‚In‘, ich war jetzt ein Jahr lang eher ‚Feetbook‘-interessiert 😉 Deshalb werde ich auch demnächst hier eine Feetbook-Rubrik eröffnen.

Für die Belastung, sehen sie doch eigentlich ganz gut aus? Noch einen Monat und dann bin ich hoffentlich auch problemlos das Metall im Fuss endlich los …  Ich träume bereits jetzt schon davon, wieder entspannt hüpfen zu können und natürlich vom Ski-faaaahrn … 🙂

 

 

Berliner Sommer

27. Juli 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Bei diesem Sommer hier muss man sich schon ein dickes Fell zulegen, sonst geht da gar nichts …

Gesundheit in Theorie und Praxis

31. Januar 2011 § Ein Kommentar

In Anke’s Berliner Zimmer ist seit einiger Zeit jede Menge los, weil Anke seit Wochen schon immobil ist. Auch diesem Zustand kann man etwas Positives abgewinnen, allerdings wurde und wird er nur als Übergangslösung betrachtet – jedenfalls seitens der Gastgeberin.

Ich war und bin begeistert von der medizinischen Versorgung hier in Berlin – alles wunderbar! Seitens der medizinischen Praxis wurde alles unkompliziert, gewissenhaft und patientengerecht erledigt.

Das Verwaltungsgedöns, welches Theorien und Realitätsferne bedient geht einem jedoch mehr als nötig auf die Nerven. Abgesehen davon, dass es gar keiner Nachfrage bedarf, wie man mit einem gebrochenen Fuss den präoperativen Papierkrieg bewältigt, so interessiert die Gesundheitsindustrie die postoperative Nachsorge genauso wenig. Hier werden auch ökonomische Fakten vollkommen außer Acht gelassen – offensichtlich ein politisches Problem?! Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Gesundheitsministerien darauf hinarbeiten, in Zukunft möglichst ohne Patienten auszukommen, selbstverständlich bei gleichbleibenden Einnahmen über Beitragszahler, die bitteschön nie zu Patienten werden.  Traumtanzen nenne ich das! Politischer Alltag wäre auch eine passende Vokabel!

Medizinische Erkenntnisse machen heute möglich, dass der Mensch nach einem Bruch im Fuss wieder laufen kann! Der Mensch will auch wieder laufen können! Und der Mensch weiss auch, dass er dafür was tun muss: üben, trainieren, sich fordern … etc. Alles was der Mensch zur Genesung braucht, ist vorhanden, selbst die Motivation und dann kommt die Bürokratie und steckt wie der Teufel im Detail … zum Kotzen ist das!

Ich werde erst (!) wieder LAUFEN, das dann FEIERN und dann irgendwann diesem verblödeten Papierkrieg mal einen Blick schenken … vorher kann ich ja die zentnerschweren Ordner gar nicht tragen! 😉

Wir fliegen zum Mond, aber eine Weber-B-Fraktur machen wir zum Dauerbrenner oder was?

Nicht mit mir!

See you without crutches! 🙂

Gipscap-Kollektion

15. Dezember 2010 § 2 Kommentare

Schnee & Eis mit Gipsbein sind nicht nur eine Herausforderung, was das Gehen mit Krücken betrifft. Den Zehen droht die Verwandlung in Eiswürfel! Ich bin gewappnet.

Vielen Dank an die Schöpferin von der Nordsee … 🙂

Wo bin ich?

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