Zum Jahreswechsel

30. Dezember 2012 § Ein Kommentar

Vielen Dank an Angelica Paulic

Größenwahn kleinkariert

9. August 2012 § 7 Kommentare

Über die Ödnis im Regierungsviertel berichtete ich bereits. Berlin macht weiter, ein kleinkarierter Kasten nach dem anderen wird gebaut, dabei gilt das Motto ‚Teuer muss es sein!‘ Sinn und Zweck scheinen nicht so wichtig zu sein?

Vor die schönen alten Gebäude der Charité wurde bereits das neue Bettenhaus gebaut und davor entsteht gerade der Neubau des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Keine 400 Mitarbeiter hat der Dienstsitz in Berlin, dafür aber überdimensional viel Platz. Kritik hagelte es bereits Anfang des Jahres, wie die Berliner Morgenpost berichtete. Aber in Berlin werden Millionen abgenickt, egal was kommt. Hier sollen es 115 Millionen Euro sein, bin gespannt was am Ende wirklich dabei herauskommt.

Ein paar Meter weiter dirigieren die Kräne den Anbau des ‚Elisabeth Lüders Haus‘, damit das ‚Band des Bundes‘ endlich fertig wird. 44 ooo qm für 190 Millionen Euro.

Und hier auf der anderen Seite des Kanzleramtes entsteht für inzwischen über 200 Millionen Euro das Bundesinnenministerium. Die Schlösser der Politiker haben eines gemeinsam: eine langweilige kleinkarierte Architektur und einen Schlund zum Geld verschlingen. Das Restaurant Paris-Moskau haben sie stehen lassen, hier ist der derzeitige Finanzminister Stammgast und hat gleichzeitig einen Rundblick auf seine Millionenbabys.

Aber das ist nicht alles, was der Steuerzahler in Berlin für die Politiker stemmt. Hier eine kleine Übersicht .

10. Open Air Gallery – Berlin Oberbaumbrücke

7. August 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Marie Auguste lebte bis 1901 in Berlin am Schlesischen Tor

Eigentlich war dieses Bild vorverurteilt, indem es nie veröffentlicht werden sollte. Eine Malerei am Rande der Atelier-Arbeit, eine ganz persönliche Auseinandersetzung zwischen mir und Berlin. Ich lebe seit 3 Jahren in dieser Stadt und versuche seit 3 Jahren, sie zu verstehen. Es gelingt mir nicht wirklich! Marie Auguste war meine Urgroßmutter – und hier beginnt, die für mich spannende Geschichte.

Marie Auguste wurde in der Niederlausitz geboren, in Zschornegosda. Das kennt kein Mensch (denkt man) und hört sich unglaublich ausländisch an. Es ist ein Teil der heutigen Stadt Schwarzheide. Ihr Vater war Lehrer und verstarb früh in Möbiskruge (heute Neuzelle). Sie war 13 Jahre alt und zog mit der Mutter zum Bruder nach Berlin. Eine Rente für Hinterbliebene gab es damals noch nicht. Ihr Bruder war Rektor an der Gemeindeschule am Schlesischen Tor (heute Kita) und somit war das ihr Wohnsitz bis zur Verheiratung 1884. Wer weiß, vielleicht spielte sie eine Rolle in Fontanes ‚Jenny Treibel‘ ? 😉 Ich habe diese Lektüre jedenfalls aufmerksam genossen 🙂

Am Schlesischen Tor haben sich meine Ahnen getroffen, ohne diese Kombination gäbe es mich nicht so wie ich bin, das ist spannend und zieht mich magisch an … deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, dass ich an der 10. Open Air Gallery auf der Oberbaumbrücke teilnehmen durfte. Hier lebte nicht nur Marie Auguste, sondern auch ihre ganze Familie, im Haus gegenüber – da, wo man heute Pizza usw. kauft. Korrespondenz mit voller Adresse, hat zwei Weltkriege überstanden … unglaublich, wenn ich mit diesem Wissen durch die Strassen dort streife. Ihre Familie war erst nach dem 2. Weltkrieg für uns verloren, durch einen Umzug nach Friedrichshain – niemand weiß wohin …

Unglaublich, wenn ich Gentrifizierungs-Diskussionen lese. Unglaublich für mich selbst, wenn ich mich mal wieder als zugezogene Bayrische aus dem Schwabenland wiederfinde … 😉

Natürlich hatte ich dieses Bild mit auf der Brücke – meine Hommage an meine Urgroßmutter! Aber ich hatte nicht wirklich erwartet, so oft darauf angesprochen zu werden. Zeigt es doch auch mein ganz eigenes Chaos im Verständnis dieser Stadt. Diese Stadt ist spannend, aufregend und hyperaktiv, aber auch langweilig und kleinkariert – und sie war es offensichtlich auch schon zu Zeiten der ‚Trockenwohner‘, denn so oft wie dieser Teil meiner Familienahnen umgezogen ist, im Gräfekiez könnte sich das heute kaum einer leisten.

Marie Auguste hat mir viel erklärt in Berlin, obwohl ich sie nie persönlich kennenlernte. Meine alpenländische Sozialisation gibt mir die Möglichkeit differenziert auf Berlin zu blicken – es bleibt spannend! Aber auch meine Zeit in Berlin ist begrenzt und somit war es wirklich schön, an diesem Event teilzunehmen. Wir hatten alles auf der Brücke: Sonne, Regen, Wind und wieder Sonne und bei allem viel Spass!  Vielen Dank an die Veranstalter, es war alles wirklich toll organisiert! Vielen Dank auch an alle aktiven ‚Neuberliner‘ die geholfen haben, aus Hamburg, Mexico, Kroatien und Westdeutschland. Vielen Dank an alle ‚Motivationstrainer‘ aus dem Alpenland, Mexico, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und London. Ich war zwar platt wie eine Flunder nach so einem Tag, weil gar nicht mehr gewohnt – aber es hat sich gelohnt! 🙂

Die Werte der anderen

4. August 2012 § 4 Kommentare

Immer wieder aktuell

Die Stützen der Gesellschaft 1926 – im Besitz der Neuen Nationalgalerie Berlin

George Grosz – Gesellschaftliche Mißstände in der jungen Weimarer Republik wurden sein künstlerisches Thema; seine Gemälde und Zeichnungen voll satirischer Schärfe richteten sich gegen Ausbeutung, Spießertum, Bigotterie und Militarismus.

Über die ‚Werte der anderen‘ in der Gegenwart, liest man z.B. in der FAZ vom 2. August 2012: „Das System M“  Die Werte der anderen – welch genialer Ausdruck für das, was man oft nicht in Worte fassen kann, welch geniale Zusammenfassung neu deutscher Entfremdung, welch geniale Deutung gesellschaftlicher Zusammenhänge dieser so unerquicklichen Zeit?!

Sonne in Berlin

4. August 2012 § 2 Kommentare

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Guten Morgen Berlin

Erinnerung und Geschichtsbewusstsein

26. Juli 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Am vergangenen Sonntag kamen wir zufällig am Guggenheim Lab auf dem Pfefferberg vorbei, und konnten teilhaben an einer äußerst interessanten Diskussionsrunde. Was passiert mit dem Symbol des Kalten Krieges, dem Checkpoint Charlie?

Es diskutierten K.D. Henke, Geschichtsprofessor; Markus Meckel, letzter DDR-Außenminister; Ernst Elitz, Journalist und Mitglied im Beirat Stiftung Zukunft Berlin; Michael Cullen, US Historiker; Kai Wegener, CDU Berlin und MdB; Rainer Wagner, Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft und die Stadtsoziologin Sybille Frank.

Man war sich zwar einig darüber, dass das Geschehen und auch der Ort eine Würdigung erhalten sollte, wo man aber eine Erinnerungsstätte oder ein Museum dafür gestalten könnte, darüber gab es doch stark kontroverse Meinungen. Leider wurde dies in der Presse überhaupt nicht herausgestellt. Als Zuschauer vor Ort hatte ich nicht das Gefühl, das man Einigkeit suchte. Im Gegenteil, mir fiel auf wie unterschiedlich die Betrachtung dieser Situation ist.

Spannend auch das Plädoyer von Leslie Colitt, der sich zu Wort meldete. Er war als junger Mann Korrespondent der Financial Times in Berlin, für ihn war der Checkpoint Charlie das einzige Tor in den Osten der Stadt, viele Erinnerungen knüpfen sich daran, auch an die Flucht seiner Frau. Er schrieb ein Buch mit dem Titel ‚Berlin And Beyond‘ (leider nur in englisch verfügbar). Spontan erinnerte sein Auftritt mich an Stephane Roussel (franz. Korrespondentin in Berlin), deren Buch ‚Die Hügel von Berlin‘ mich nachhaltig beeindruckt. Leider wird dieses Buch nicht mehr aufgelegt, es ist nur im Antiquariat erhältlich.

Westeuropäisch sozialisiert wünsche ich mir Neuauflagen und Übersetzungen solcher Bücher, sonst geraten authentische Berichte in Vergessenheit. Nicht jeder ist damit zufrieden, sich am Checkpoint Charlie eine russische Fellmütze zu kaufen oder sich in der Eisdiele ‚Kalter Krieg‘ zu laben. Und was die Erinnerungsstätte betrifft, so gehe ich ganz konform mit dem Anspruch von Ernst Elitz, dass dieser Ort ein ‚Ort der Magie‘ für uns Nachgeborene ist – dort sollte entstehen, was Erinnerungen stützt, sie wachruft, ergänzt und dokumentiert. Der stillgelegte Flughafen Tempelhof liegt gedanklich viel zu weit abseits des Geschehens.

10. Open Air Gallery Berlin

24. Juli 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Internationale Kunstausstellung

Malerei Grafik Skulptur Fotografie

www.openairgallery.de

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